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Rohstoffe im Erzgebirge: Hubschrauber-Erkundung beginnt // BGR-Hubschrauber in Geyer am 22.10.2013

16.10.2013
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt zwischen dem 22. und 31. Oktober 2013 ihren Hubschrauber über dem Geyerschen Wald im sächsischen Erzgebirge ein.

Die Befliegung ist Teil eines Forschungsprojektes mit dem Ziel, Methoden zur Erkundung von Rohstoffen aus der Luft weiterzuentwickeln. Es wird durch das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) bzw. das zu ihm gehörende Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) koordiniert.


BGR-Hubschrauber
(c) BGR

Für die Befliegung des Geyerschen Waldes plant die BGR einen Zeitraum von zwei Wochen ein, da der Hubschrauber bei schlechtem Wetter nicht starten kann. Tatsächlich braucht er nur sieben Tage, um das gesamte, rund 110 km2 große Gebiet zu erfassen. Vorbehaltlich der Wetterbedingungen plant die BGR den ersten Flug am 22. Oktober.

An diesem Tag laden wir Medienvertreter herzlich zu einem Pressegespräch vor Ort in Geyer ein, um das Vorhaben vorzustellen. Dieser Termin ist ebenfalls vorbehaltlich der Wetterlage! Auch Anwohnerinnen und Anwohner können den Hubschrauber besichtigen.

Pressegespräch
Datum: 22.10.2013, 9 Uhr
Ort: 09468 Geyer, Thumer Straße Richtung Freizeitbad Ana Mare, Fußballplatz
Ablauf
ca. 09.00 Uhr: Hubschrauber mit Messausrüstung vor Ort am Boden// Möglichkeit für Experten-Interviews
ca. 10.30 Uhr: Start Hubschrauber zum ersten Messflug
ca. 12.00 Uhr: Hubschrauber überfliegt den Ort des Pressegesprächs
Experten vor Ort
Prof. Jens Gutzmer, Direktor HIF: Rohstofflagerstätte Geyer
Dr. Bernhard Siemon, BGR/ Arbeitsbereichsleiter Aerogeophysik: Befliegung
Mathias Scheunert, TU Bergakademie Freiberg: 3D-Modellierung
Olaf Hellwig, TU Bergakademie Freiberg: Seismik
Anmeldung
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme, verbunden mit Ihren Interview-Wünschen, vorher an. Kontakt: Anja Weigl, Tel.: 0351 260 4427, a.weigl@hzdr.de
Das Projekt
Das Forschungsprojekt zur Erkundung von metallischen Rohstoffen im Erzgebirge wird gemeinsam durchgeführt durch das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am HZDR, die Technische Universität Bergakademie Freiberg und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Es wird begleitet durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Das Sächsische Oberbergamt hat die Aufsuchungsgenehmigung für das Projekt erteilt.

Das Projekt hat das Ziel, mittels geophysikalischer Verfahren das Rohstoffpotenzial des geologischen Untergrundes im Gebiet um Geyer bis in eine Tiefe von ca. 500 m zu erfassen. Das Gebiet beinhaltet die Gemeinden Ehrenfriedersdorf-Stadt, Gelenau/Erzgeb., Lauter-Bernsbach, Grünhain-Beierfeld-Stadt, Lößnitz-Stadt, Elterlein-Stadt, Raschau-Markersbach, Thum-Stadt, Zwönitz-Stadt, Auerbach, Drebach, Geyer-Stadt, Schwarzenberg/Erzgeb.-Stadt.

Die Umgebung der Stadt Geyer ist ein historisches Bergbaugebiet. Die Forscher wollen den Geyerschen Wald nun wieder – und genauer – nach Rohstoffen wie Zinn, Wolfram, Zink und Indium erkunden. Dazu kommen geophysikalische Methoden aus der Luft zum Einsatz. Anders als Erkundungsbohrungen sind sie flächendeckend und greifen nicht in den Boden ein. Die Experten der BGR messen damit elektromagnetische Signale aus dem Untergrund. Daraus leiten sie die elektrische Leitfähigkeit ab, welche wiederum Anzeichen für im Gestein vorhandene Erzminerale liefert. Mit der ersten Befliegung im Oktober 2013 soll der Untergrund zunächst bis in eine Tiefe von 150 m untersucht werden. In den kommenden beiden Jahren sind zwei weitere Befliegungen geplant. Dann soll der Boden bis in 500 m Tiefe erkundet werden.

Die Messsensoren befinden sich in einer zehn Meter langen Flugsonde, die an einem 45 Meter langen Kabel unter dem Hubschrauber hängt und in einer Höhe von 30 bis 40 Metern über dem Gelände nachgeschleppt wird. Im Gebiet fliegt der Hubschrauber in der Regel in einer Höhe von ca. 100 Metern und mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h. Es ist geplant, das Untersuchungsgebiet in großen Linienabständen von 300 oder 500 Metern zu befliegen. Der Hubschrauber wird vom Boden aus nur in entsprechend großen Abständen zu sehen sein, um Störungen zu minimieren.

Neben den geophysikalischen Methoden, die Auskunft über die Art der Rohstoffe geben, sollen später auch seismische Untersuchungen stattfinden. Sie werden durchgeführt durch die TU Bergakademie Freiberg und liefern Informationen zur Lage der möglichen Rohstoffkörper im Untergrund. Alle Daten sollen schließlich in ein hochaufgelöstes dreidimensionales geologisches Modell der Rohstofflagerstätte einfließen.

Weitere Informationen:

Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Prof. Jens Gutzmer, Direktor
Tel.: 0351 260 4400 | j.gutzmer@hzdr.de
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Dr. Bernhard Siemon, Arbeitsbereichsleiter Aerogeophysik und Luftfahrttechnischer Betrieb

Tel.: 0511 6433488 | bernhard.siemon@bgr.de

Medienkontakt:

Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Anja Weigl, Pressereferentin
Tel.: 0351 260 4427 | 0179 4264890 | a.weigl@hzdr.de
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Andreas Beuge, Pressesprecher
Tel.: 0511 6432679 | andreas.beuge@bgr.de
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden Großgeräte mit einzigartigen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist seit 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter – davon ca. 450 Wissenschaftler inklusive 160 Doktoranden.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist das geowissenschaftliche Kompetenzzentrum der Bundesrepublik Deutschland und eine nachgeordnete Fachbehörde des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Sie beschäftigt 765 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die BGR trägt mit Forschung und Beratung dazu bei, die Lebensbedingungen durch verantwortliche Nutzung der Geopotenziale zu erhalten oder zu verbessern. Ihre Kernthemen sind Energierohstoffe und mineralische Rohstoffe, die Georessourcen Grundwasser und Boden sowie der Untergrund als Speicher- und Wirtschaftsraum. Im Bereich der angewandten Geophysik erkundet die BGR mit Messungen die obere Erdkruste. In der Entwicklungszusammenarbeit engagieren sich ihre Experten in mehr als 30 geowissenschaftlichen Projekten weltweit. Die BGR überwacht für die Bundesrepublik Deutschland die Einhaltung des internationalen Kernwaffenteststoppabkommens und registriert die Erdbebentätigkeit.

An der TU Bergakademie Freiberg in Sachsen, der deutschen Ressourcenuniversität, wird in den vier Themengebieten Geo, Material, Energie und Umwelt für eine nachhaltige und effiziente Stoff- und Energiewirtschaft gelehrt und geforscht. Die Universität feiert im Jahr 2015 ihr 250jähriges Jubiläum.

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de/hif_exploration
http://www.aerogeophysik.de/

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