Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter-U-Boot soll tiefste Meeresstellen erkunden

08.05.2009
Nereus als erstes ferngesteuertes Vehikel in 11.000 Metern Tiefe

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn Ende Mai/Anfang Juni soll das fünf Mio. Dollar teure ferngesteuerte Roboter-U-Boot Nereus die tiefste Meeresstelle der Welt bereisen.

Damit wäre das Gefährt das erste ferngesteuerte Vehikel, das diese Stelle besucht. Zuvor haben zwei U-Boote - eines mit Besatzung, ein anderes mit Kabeln verbunden - die Challenger Deep im Marianengraben im Pazifik besucht.

"Bevor wir mit Nereus überstürzt in die Tiefe gehen, werden wir zuerst einmal die große Zehe ins Wasser halten", meint Andy Bowen von der Woods Hole Oceanographic Institution WHOI. Bowen ist auch einer der Designer des Vehikels.

Testläufe sollen in 1.000, 4.000 und 8.000 Metern Tiefe erfolgen, ehe man Nereus in die Challenger Deep schicken will. Die Herausforderungen sind massiv, denn in dieser Tiefe herrscht ein Druck, der das 1.100-fache der Erdoberfläche beträgt. "Bis zu einer Tiefe von 6.500 Metern gibt es besser ausgestattete Tauchboote, aber darunter läßt Nereus die Konkurrenz weit hinter sich", meint Ian Rouse vom National Oceanography Centre in Southampton. Rouse bezeichnet das Projekt als große technische Herausforderung und ist überzeugt davon, dass es auch klappen wird.

Nereus wiegt an Land 2.880 Kilogramm und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von drei Knoten. Die Hülle des Roboter-U-Boots besteht aus Keramik. Insgesamt zwei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten - eine mit Fernsteuerung sowie eine programmiert-autonome - sind je nach Bedarf möglich. Bei der autonomen Anwendung fährt das U-Boot vorprogrammierte Strecken und kann so großräumige Meeresbodenvermessungen durchführen. "Das Vehikel verfügt über genügend Intelligenz und Batterien, um Areale mit Besonderheiten aufzuspüren. Es verfügt über chemische Sensoren, Sonarsysteme und digitale Kameras", erklärt Bowen. Nach Beendigung der Mission kehrt das U-Boot automatisch wieder zum Mutterschiff zurück. Innerhalb von zwölf Stunden kann es dann umgebaut werden, mit einem mechanischen Arm versehen und mit Hilfe eines 40 Kilometer langen Glasfaserkabels vom Mutterschiff aus gesteuert werden.

Die Challenger Deep im Marianengraben, nahe der Insel Guam im westlichen Pazifik gelegen, ist die tiefste Meeresstelle der Erde. 1960 gelang es Jacques Piccard und Don Walsh mit dem U-Boot "Tieste" diese Stelle zu besuchen. Seitdem hat nie mehr ein Mensch die Challenger Deep besucht. Knapp 35 Jahre später erreichte das mit Kabeln ferngesteuerte japanische U-Boot Kaiko diese Stelle und konnte Sedimentproben mitbringen und mehrere Fotos schießen. Die Kaiko ging übrigens 2003 bei einem Tauchversuch verloren, da das Verbindungskabel gekappt wurde.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.whoi.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie