Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter-U-Boot erforscht Meeresgräben

11.08.2008
Präzise Navigation durch kombinierte Systeme

Britische Wissenschaftler werden die tiefstgelegenen Untersee-Vulkane der Welt im Kaimangraben untersuchen. Möglich wird das durch das robotisches U-Boot Autosub6000, berichtet BBC News.

Mit bis zu 6.000 Meter Tauchtiefe ist das Autosub6000 nach Angaben des National Oceanographic Centre in Southampton (NOCS) das leistungsfähigste autonome Wasserfahrzeug (AUV) der Welt. Für eine präzise Navigation sorgt eine Kombination verschiedener Systeme, während spezielle Batterien eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometer ermöglichen sollen. Im Kaimangraben wird das AUV der Meeresbiologie dienen.

Das Navigationssystem des Roboters, der unter Wasser exakt navigieren soll, setzt auf ein leistungsfähiges GPS-Modul als ersten Anhaltspunkt. Die Satelliten-Navigation kann allerdings bei Tauchfahrten keine Position mehr liefern. Das U-Boot hat zusätzlich auch die Möglichkeit zur Positionsbestimmung per USBL-System (Ultra-Short Baseline), das mit der Schallausbreitung in Wasser arbeitet. Auch eine Kombination von Trägheitsnavigation und Strömungsmessung kommen zum Einsatz. Damit, so das NOCS, kann die Position auf 0,1 Prozent der seit der letzten exakten Positionsbestimmung zurückgelegten Strecke ermittelt werden. "Blind" in die Tiefe taucht das U-Boot trotz ausgereiften Navigationssystems nicht. Sinnvolle Einsatzgebiete werden vorab anhand von Sonarkarten festgelegt, heißt es seitens des NOCS gegenüber pressetext.

Auf 5,5 Meter Länge und 2.800 Kilogramm Gewicht bringt es das Robotergerät. Zur Energieversorgung setzt es auf spezielle Lithium-Polymer-Batterien. Bis zu zwölf der wieder aufladbaren Einheiten kann das Autosub6000 mitführen. Bei Tests im September 2007 wäre damit laut NOCS ein Betrieb über 60 Stunden oder eine Strecke von 300 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von 1,7 Metern pro Sekunde möglich gewesen. Komplett aufgeladen werden können die Akkus aber in nur fünf Stunden. Weiteres Ziel ist es, Tauchfahrten von 1.000 Kilometern mit Geschwindigkeiten von einem Meter pro Sekunde zu ermöglichen - ein Dauerbetrieb über etwa 8,6 Tage.

Derzeit ist das Autosub6000 vor Portugal im Einsatz. Doch im karibischen Kaimangraben zwischen Jamaika und den Kaimaninseln wird es demnächst unterseeische Vulkane erkunden, laut NOCS-Forschern die tiefstgelegenen der Welt. Im Bereich hydrothermaler Spalten, wo es Temperaturen von über 500 Grad Celsius geben könnte, wird nach ungewöhnlichen Lebensformen gesucht. Speziell im Bereich unterhalb von 3.000 Metern Tiefe werde jedes zweite Tier einer bisher unbekannten Spezies angehören, so die Forscher zur BBC.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.noc.soton.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Winzige Eisverluste an den Rändern der Antarktis können Eisverluste in weiter Ferne beschleunigen
11.12.2017 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

nachricht Was macht Korallen krank?
08.12.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik