Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter "Yeti" macht Polarforschung sicherer

05.03.2013
Autonomes Gefährt spürt versteckte Gletscherspalten auf

US-Forscher haben in einem von der National Science Foundation finanzierten Projekt ein autonomes Fahrzeug entwickelt, um die Arktis- und Antarktisforschung sicherer zu machen.


"Yeti" am Südpol: Roboter findet Gletscher-Gefahren (Foto: James Lever, CRREL)

Denn der "Yeti" getaufte Roboter ist mittels Radar in der Lage, unter der obersten Schneeschicht lauernde Gefahren wie Gletscherspalten ausfindig zu machen. Der wohl erste Roboter dieser Art wurde demnach bereits erfolgreich getestet - sowohl in Grönland als auch in der Antarktis. Langfristig könnte das Maschinen ermöglichen, den Spalten einfach selbständig auszuweichen.

Effektive Risikominimierung

"Polarforschung ist Weltraummissionen nicht unähnlich; wir schicken Menschen dorthin, wo es teuer und gefährlich ist, Forschung zu betreiben", sagt James Lever, projektbeteiligter Ingenieur vom U.S. Army Engineer Research and Development Center (CRREL) http://www.crrel.usace.army.mil . Eine große Gefahr sind von einer dünnen Schneeoberfläche verdeckte Spalten, da Menschen und Maschinen einbrechen und ernstlich zu Schaden kommen können. Solche versteckten Gletscherspalten aufzuspüren, war bisher aber recht aufwendig, da es letztlich menschliche Sucher mit passender Radar-Ausrüstung vor Ort erfordert hat.

Yeti verspricht nun Abhilfe. Denn der autonome Roboter ist mit einem Bodenradar ausgerüstet, das etwaige Hohlräume unter der Schneedecke lokalisiert. Dank GPS kann das 81-Kilo-Gefährt Gletscherspalten und andere Risiken kartografieren. So führt Yeti die wichtige Suche durch, ohne dass sich Menschen oder schwerere Maschinen in unmittelbare Gefahr begeben müssen. Lever geht davon aus, dass solche Roboter die Logistikkosten im Bereich Polarforschung drastisch reduzieren können. Ein weiterer Vorteil ist, dass die öde, repetitive Aufgabe, nach Gletscherspalten zu suchen, eine Maschine nicht wie einen Menschen langweilt, was eine potenzielle Fehlerquelle eliminiert.

Erprobt mit viel Entwicklungspotenzial

Der NSF zufolge ist der in Zusammenarbeit mit der Thayer School of Engineering am Dartmouth College http://engineering.dartmouth.edu entwickelte Yeti bereits praxiserprobt. Er kam auf der Strecke von Thule in Nordwestgrönland zur Summit Station weit oben auf dem grönländischen Eisschild ebenso zum Einsatz wie auf der über 1.600 Kilometer langen Südpol-Traverse. Diese verbindet McMurdo Station, die größte dauerhaft bewohnte Siedlung Antarktikas, mit der Amundsen-Scott-Südpolstation. Der Roboter soll nicht zuletzt Versorgungsmissionen von großen Stationen wie McMurdo in entlegenere Polarregionen sicherer machen.

Yeti hat den Forschern aber auch geholfen, das Maschinenlernen besser zu verstehen. Die bei den bisherigen Missionen gewonnenen Daten kommen zum Einsatz, um Algorithmen weiterzuentwickeln, mit denen zukünftige Roboter Gefahren unter der Schneedecke wirklich vollautomatisch kartografieren und umfahren können. Interessant wird auch, ob die Forscher noch kälteresistentere Modelle entwickeln können. Denn Yeti funktioniert nur bis etwa minus 30 Grad - eine Temperatur, die im antarktischen Winter durchaus unterschritten werden kann.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.nsf.gov

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops