Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Richtiger Umgang mit Naturkatastrophen

18.01.2010
Naturkatastrophen sind unvermeidlich - viele ihrer Konsequenzen nicht.

Wie sich die Menschheit besser auf Erdbeben oder Vulkanausbrüche einstellen kann, schildert am Dienstag, 26. Januar, um 18 Uhr Oxford-Emeritus John F. Dewey im Großen Bauingenieur-Hörsaal, Baumeister-Platz 1, Geb. 10.50, Campus Süd des KIT. Der englische Vortrag ist Teil des 2. Geo-KIT-Symposiums, einer Kooperationsveranstaltung des Instituts für Angewandte Geowissenschaften und des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale.

Der Tsunami in Südostasien im Jahr 2004 oder die aktuelle Erdbebenkatastrophe in Haiti offenbaren die Zerstörungskraft unseres Planeten. Seit viereinhalb Milliarden Jahren ist die Erde episodisch oder in periodischen Zeitabständen von einer Reihe Naturkatastrophen unterschiedlicher Art, Dauer und Intensität bedroht. Ursachen sind die inneren Kräfte der Erde (zum Beispiel Erdbeben und Vulkanausbrüche) oder des Sonnensystems (zum Beispiel Meteoriteneinschläge).

In seinem öffentlichen Vortrag "Natural Geohazards - Governmental and Individual Responsibility" geht John F. Dewey auf verschiedene Beispiele von Erdbeben, Erdrutschen, Vulkanausbrüchen und Tsunamis ein. Zentrale Herausforderung für die Menschheit ist dabei, so der Geologieprofessor, die präzise Vorhersage solcher Ereignisse. Kontinuierliche Aufzeichnungen von Messdaten und deren Modellierung für unterschiedliche Zeitskalen von ein, über zehn bis zu 1000 Jahren sowie das Verständnis der geologischen und physikalischen Prozesse können zu wirtschaftlicher, politischer und humanitärer Schadensminderung beitragen. Voraussetzung hierfür sei jedoch ein effektiver Wissenstransfer von der Forschung zu den Betroffenen sowie ein stärkeres individuelles und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Naturkatastrophen, beispielsweise bei der Besiedelung gefährdeter Gebiete.

John Frederick Dewey, geboren 1937, ist Emeritus der Universität Oxford und Professor für Geologie an der University of California. Der Strukturgeologe ist ein führender Vertreter der Theorie der Plattentektonik, nach der die Lithosphäre (Erdkruste und oberer Erdmantel) aus etwa 20 starren Platten besteht, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten relativ zueinander bewegen. Dewey ist eine Autorität auf dem Gebiet der Entstehung und Entwicklung von Gebirgsketten und Fellow der britischen Royal Society.

Zum 2. Geo-KIT-Symposium "New Ideas of Plate Tectonic Problems" am KIT gehört neben dem öffentlichen Abendvortrag ein Fach-Workshop über zwei Vormittage, bei dem John F. Dewey aktuelle Erkenntnisse über die mechanischen Prozesse an Plattengrenzen vorstellt. An diesen auf Kontinenten oder am Boden von Ozeanen verlaufenden Plattengrenzen wird Gesteinskruste "geschaffen" oder "verschluckt". Die genauere Kenntnis dieser Mechanismen ist notwendig, um Naturkatastrophen wie Erdbeben besser verstehen zu können. Das Geo-KIT-Symposium wird durch den Kompetenzbereich Erde und Umwelt des KIT finanziell gefördert, es bietet eine Diskussionsplattform für Studierende und Wissenschaftler des KIT um sich mit prominenten, international herausragenden Geowissenschaftlern auszutauschen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:

Jonas Moosmüller
Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 721 608-8120
Fax: +49 721 608-3658
E-Mail: jonas.moosmueller@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik