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Unabhängige wissenschaftliche und juristische Gutachten, erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bzw. des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, kamen zu dem Ergebnis, dass das Eisendüngungsexperiment LOHAFEX weder gegen Umweltstandards, noch gegen geltendes Völkerrecht verstößt.
Damit gibt es weder ökologische noch juristische Gründe, das Eisendüngungsexperiment LOHAFEX weiter auszusetzen.
"Wir freuen uns, dass die Gutachter unsere eigene ökologische Risikoanalyse vollständig bestätigt haben", kommentierte Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, die positive Nachricht aus dem Bundesforschungsministerium. "Nun ist auch von unabhängiger Seite nochmals deutlich gemacht worden, dass die Umweltauswirkungen im Untersuchungsgebiet vernachlässigbar klein sein werden." Für die Klima- und Erdsystemforschung wird LOHAFEX wertvolle Daten liefern, wenn das Experiment wie geplant durchgeführt werden kann. Erst unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen wie LOHAFEX können einen fundierten und faktenbasierten politischen Entscheidungsprozess zu der umstrittenen Frage ermöglichen, ob die Eisendüngung im Ozean ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz sein kann.
"Wir sind natürlich erleichtert über den Rückhalt aus dem Bundesforschungsministerium", ergänzt Karin Lochte. Diese Rückendeckung ist auch international ein wichtiges Signal für die Wissenschaft, weil es zeigt, dass die deutsche Forschung selbst in einer schwierigen politischen Situation ein verlässlicher Partner bleibt. Diese Entscheidung ist auch für die indischen Partner vom National Institute of Oceanography von großer Bedeutung, die dieses Experiment personell und finanziell zur Hälfte tragen, und für die dieses Experiment ein wichtiger Beitrag zur deutsch-indischen Kooperation ist.
"Wenn LOHAFEX jetzt durchgeführt wird, dann möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass unser Experiment aus rein wissenschaftlichen Fragen heraus entwickelt wurde, um die Rolle des Eisens im globalen Klimasystem besser zu verstehen. Im Internet und in der internationalen Presse kursieren viele Berichte, die behaupten, das Alfred-Wegener-Institut führe das Experiment als Maßnahme zum Klimaschutz durch und wolle testen, ob durch Ozeandüngung der Atmosphäre Kohlendioxid in großem Maßstab entzogen werden kann. Das ist keinesfalls so", wehrt sich die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts gegen die Unterstellungen. "Wir sind bestürzt darüber, dass sich eine solch kontroverse Diskussion aufgrund falscher, international gestreuter Informationen entzündet hat. Wir hoffen, dass wir mit dem Experiment zu einem besseren Verständnis und zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen können."
Aufgrund mehrtägiger Voruntersuchungen hat das Wissenschaftlerteam auf Polarstern inzwischen einen für das Experiment geeigneten geschlossenen Ozeanwirbel gefunden. Er befindet sich auf 48° südlicher Breite und 15° 302 westlicher Länge. Im Zentrum dieses Wirbels wird so bald wie möglich eine Treibboje mit Peilsendern ausgebracht. Von diesem Punkt aus wird Polarstern in den nächsten Tagen dann in spiralförmigen Windungen gelöstes Eisensulfat in den oberen 15 Metern der Wasserschicht verteilen. Dies wird ungefähr 30 Stunden in Anspruch nehmen. Unmittelbar nach Abschluss des Eiseneintrags werden im Zentrum des gedüngten Bereichs zahlreiche biologische, chemische und physikalische Parameter kontinuierlich gemessen und ökologische Veränderungen in allen Schichten der Wassersäule - von der Oberfläche bis zum Meeresboden in 3.800 Metern Tiefe - über 40 Tage verfolgt. Bis die Biomasse im Untersuchungsgebiet aufgrund der Düngung messbar steigt, werden voraussichtlich 14 Tage vergehen.
Das Alfred-Wegener-Institut wird - wie üblich - die Daten und Forschungsergebnisse zu LOHAFEX offen legen und nicht nur der Wissenschaft, sondern auch Behörden und Umweltverbänden zur Verfügung stellen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Alfred-Wegener-Instituts.
Hinweis für Redaktionen:
Ihre Ansprechpartnerin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Alfred-Wegener-Instituts ist Margarete Pauls, Tel. 0471 4831-1180 (E-Mail: Margarete.Pauls@awi.de oder medien@awi.de).
Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.
Margarete Pauls | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.awi.de
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