Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polarstern startet zu Ausbildungsfahrt Richtung Kapstadt

27.10.2015

Schwimmende Sommerschule: Nachwuchsforschende der Meereswissenschaften aus 19 Ländern an Bord

Am 29. Oktober 2015 verlässt das Forschungsschiff Polarstern seinen Heimathafen Bremerhaven Richtung Kapstadt, Südafrika, wo es am 1. Dezember erwartet wird. Mit an Bord sind 32 Studierende aus 19 Ländern, die aktuelle Methoden und Instrumente der Meeresforschung kennenlernen.


FS Polarstern im Atlantik

Foto: F. Mehrtens / Alfred-Wegener-Institut

Neun Lehrende vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung (AWI), der FU Berlin und des irischen Galway-Mayo Institute of Technology bilden die Teilnehmenden der „schwimmenden Sommerschule“ aus.

470 Bewerbungen aus aller Welt sind für die 32 Plätze im sogenannten Nord-Süd-Atlantik-Transekt-Programm (North South Atlantic Transect - NoSoAT) eingegangen. Nach einer Ausbildungs-Expedition zur Erforschung von Kaltwasserkorallen im Atlantik mit dem irischen Forschungsschiff Celtic Explorer im Jahr 2014 ist dies die zweite „Floating Summer School“, die das AWI gemeinsam mit POGO (Partnership for Observation of the Global Oceans), der japanischen Nippon Foundation und irischen Partnern von SMART (Strategic Marine Alliance for Research and Training) anbietet. Die Stiftung Mercator unterstützt das Ausbildungsprogramm.

„Wir haben Studierende aller meeresforschenden Disziplinen von der Geologie bis zur Atmosphärenforschung an Bord“, sagt Prof. Dr. Karen Wiltshire, POGO-Vorsitzende und Vize-Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, die selber als Ausbilderin an der Expedition teilnimmt. Sie leitet eines von fünf Projekten, die alle Nachwuchsforscher in Kleingruppen absolvieren werden.

Übergeordnetes Thema ist die Analyse der Planktongemeinschaften (kleine, in der Wassersäule lebende Algen und Tiere). Die Expeditionsteilnehmenden wollen erforschen, wie sich die Planktonzusammensetzung in Abhängigkeit wechselnder Umweltbedingungen auf der Fahrt aus dem Nordatlantik über die Tropen bis in den Südatlantik verändert.

Dazu messen die Studierenden grundlegende physikalische, chemische und biologische Parameter des Ozeans. Sie analysieren beispielsweise Temperatur und Salzgehalt des Meerwassers und setzen Planktonnetze ein, um die vorkommenden Lebewesen unter dem Mikroskop zu bestimmen. Welche Rückschlüsse Satellitenbeobachtungen auf die Artenzusammensetzung im Ozean zulassen, ist ebenso Thema wie experimentelle Untersuchungen.

„Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Studenten eine Arbeitshypothese zu entwickeln, das Studiendesign zu definieren, Experimente durchzuführen und in der Auswertung die Hypothese zu überprüfen“, erklärt Prof. Dr. Karin Lochte, wie sie in ihrem Projekt wissenschaftliches Arbeiten vermittelt. „Darüber hinaus wollen wir die Nachwuchsforscher zu interdisziplinären Diskussionen anregen.

Neben täglichen Vorträgen bietet die Polarstern dafür den perfekten Rahmen, denn wir werden mehrere Wochen gemeinsam an Bord verbringen. In einer solchen Atmosphäre haben wir Zeit und Raum, um spannende Projekt- und Kooperationsideen zu entwickeln“, schildert die AWI-Direktorin ihre Erfahrung, dass Expeditionen viele nachhaltige Verbindungen schaffen.

Neben der Ausbildung findet auf der Reise von Bremerhaven nach Kapstadt Atmosphärenforschung statt. „Außerdem erproben und kalibrieren wir Lote, die Kollegen auf den anschließenden Expeditionen in der Antarktis nutzen, um beispielsweise Fischschwärme in der Wassersäule aufzuspüren“, berichtet der wissenschaftliche Polarstern-Koordinator Dr. Rainer Knust vom Alfred-Wegener-Institut.

Von Kapstadt aus startet Polarstern dann in die Antarktis. Nach der Versorgung der Neumayer-Station III kurz vor Weihnachten finden ozeanographische und biologische Arbeiten in der Nähe des Filchner-Rønne-Eisschelfs statt. Im Weddellmeer stehen dann Langzeitmessungen auf dem Weg zum nächsten Hafenanlauf in Punta Arenas (Chile) auf dem Programm.

In Chile startet Mitte Februar 2016 eine Expedition mit geowissenschaftlichen und biologischen Schwerpunkten in der Drake-Passage zwischen Südamerika und der Westantarktischen Halbinsel. Nach einem weiteren Hafenanlauf in Punta Arenas nutzen Atmosphärenforscher die gut fünfwöchige Rückreise nach Bremerhaven, wo Polarstern Mitte Mai zurückerwartet wird.

Hinweise für Redaktionen:

Druckbare Bilder finden Sie unter: http://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse.html

Ihre Ansprechpartnerin in der Pressestelle des Alfred-Wegener-Instituts ist Dr. Folke Mehrtens (Tel.: 0471 4831-2007; E-Mail: Folke.Mehrtens(at)awi,de).

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Weitere Informationen:

http://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse/pressemeldung/polarstern-startet-z...

Ralf Röchert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie