Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ozon-Belastung: Diese Regionen sind weltweit am stärksten betroffen

06.02.2018

Neue Studie zeigt globale Trends für Ozonwerte in der Atemluft

Weit oben schützt es vor gefährlicher UV-Strahlung, in den unteren Luftschichten schadet es der Gesundheit. Ein internationales Wissenschaftler-Team aus 14 Forschungseinrichtungen hat den bislang umfassendsten Bericht darüber vorgelegt, wie sich die bodennahen Ozon-Konzentrationen global in den letzten 15 Jahren entwickelt haben. Es ist die erste Studie dieser Art, die sich auf alle weltweit verfügbaren Messdaten von insgesamt über 4.800 Messstationen stützt.


Mittlere Tageshöchstwerte der Ozonkonzentration in der warmen Jahreszeit

University of Leicester / Forschungszentrum Jülich

Grundlage der Auswertung war eine im Herbst letzten Jahres veröffentlichte, vom Jülich Supercomputing Centre (JSC) betriebene Datenbank. Dabei handelt es sich um die weltweit umfangreichste Datensammlung bodennaher Ozonmessungen, die alle global verfügbaren Messdaten von 1975 bis heute in einheitlichem Format frei zugänglich macht.

Die Forscherinnen und Forscher fanden unter Federführung der Universitäten in Leicester und Edinburgh in vielen Regionen Ozonwerte vor, die für die Gesundheit der Menschen potenziell schädlich sind. In Europa und Nordamerika ist die mittlere Konzentration in den letzten 15 Jahren zurückgegangen.

Im ostasiatischen Raum Ostasien nahm sie dagegen gebietsweise zu. Innerhalb der einzelnen Regionen variieren die Werte jedoch stark. Den Anstieg in den ostasiatischen Ländern führen die Autoren auf die wirtschaftliche Entwicklung und den damit zusammenhängenden Emissionen in diesen Regionen zurück.

„Ozon ist ein sekundäres Spurengas. Es entsteht in Bodennähe unter Einfluss des Sonnenlichts in komplexen chemischen Reaktionen aus sogenannten Vorläuferschadstoffen. Eine wichtige Rolle spielen Stickoxide, die zu einem großen Teil aus dem Verkehr stammen und zeitweilig zu hohen Ozonwerten in den Städten führen“, erklärt Dr. Martin Schultz vom Jülich Supercomputing Centre (JSC). Die Auswirkungen von Ozon auf die Gesundheit seien schon lange bekannt. Zum Schutz der Bevölkerung gelten europaweite Grenzwerte.

Die aktuelle Studie, die nun als Teil des „Tropospheric Ozone Assessment Report (TOAR)“ in der Fachzeitschrift Elementa erschienen ist, zielt darauf ab, ein möglichst umfassendes Bild der globalen Veränderung der Ozon-Konzentration zu erstellen.

Als Datenbasis diente den Forschern das im Herbst 2017 veröffentlichte weltweit größte Datenarchiv zur Luftqualität, das von Experten des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK-8) und des Jülich Supercomputing Centre (JSC) eingerichtet wurde und gepflegt wird.

Drei Jahre Entwicklungsarbeit waren nötig, um Messdaten von über 13.000 weltweit verstreuten Messstationen zu vereinen und der Wissenschafts-Community über ein Web-Interface frei zugänglich zu machen.

Originalpublikation:
Zoë L. Fleming, Ruth M. Doherty, Erika von Schneidemesser, Christopher S. Malley, Owen R. Cooper, Joseph P. Pinto, Augustin Colette, Xiaobin Xu, David Simpson, Martin G. Schultz, Allen S. Lefohn, Samera Hamad, Raeesa Moolla, Sverre Solberg, Zhaozhong Feng
Tropospheric Ozone Assessment Report: Present-day ozone distribution and trends relevant to human health
Elem Sci Anth. 2018, DOI: http://doi.org/10.1525/elementa.273

Pressekontakt:
Tobias Schlößer
Forschungszentrum Jülich, Unternehmenskommunikation
Tel. +49 2461 61-4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2018/2018-02-06-toa... Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich vom 6. Februar 2018
https://www2.le.ac.uk/offices/press/press-releases/2018/february/new-research-on... Pressemitteilung der University of Leicester vom 5. Februar 2018

Dipl.-Biologin Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Warum der Meeresboden in Bewegung gerät
13.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Erste Messung der Erdgravitation mit einer transportablen optischen Uhr
12.02.2018 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics