Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nordseeinsel wird von Geophysikern durchleuchtet - Süßwasser-Linse unter der Lupe

31.08.2009
Eindringendes Salzwasser und Trinkwasserschutz im Küstenraum sind für unsere Nordseeinseln ständig aktuelle Themen.

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik sieht dies auch als wissenschaftliche Herausforderung und startet am 31.8.2009 auf der Nordseeinsel Borkum eine dreiwöchige Bohr- und Messkampagne. Bereits im Frühjahr 2008 hatte das Institut mit einer vielbeachteten Hubschraubermessung die Forschungsarbeiten begonnen.

Jetzt kommen die "Bodentruppen".

Ziel des Projektes ist es, exemplarisch das Trinkwasservorkommen der Insel genauer zu erfassen und die Grenze zwischen süßem, trinkbarem und versalzenem Grundwasser zu erkunden. Die erhofften Ergebnisse werden nicht nur dem örtlichen Wasserversorger die kluge Bewirtschaftung des Trinkwasservorkommens erleichtern, vor allem werden damit grundsätzliche Fragen zu Prozessen an der Süß- /Salzwassergrenze und der Dynamik dieser unterirdischen Grenzfläche geklärt. Die Arbeiten werden im Rahmen CLIWAT-Projektes durchgeführt, welches den Einfluss von Klimaveränderungen auf den Grundwasserhaushalt beleuchtet. CLIWAT (Climate and Water) wird von der Europäischen Union ko-finanziert.

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), mit Sitz in Hannover, plante und koordiniert diese Geländekampagne, bei der zeitweise bis zu 18 Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler vor Ort sind. Dies erfolgt in enger Kooperation mit dem Wasserversorger der Insel, den Stadtwerken Borkum, dem HSW-Ingenieurbüro, Leer, sowie mit dänischen Forschungspartnern des Dänischen Geologischen Dienstes (GEUS), Kopenhagen, und der Hydrogeologie-Arbeitsgruppe Midtjylland, Horsens. Behördliche Genehmigungen für die Messkampagne liegen vor.

Zunächst beginnen die Arbeiten mit Bodenradarmessungen entlang von ausgewählten Profillinien. Sie sollen über die Tiefenlage des Grundwasserspiegels und über den Internbau der Inseldünen Aufschluss geben. In der zweiten Woche folgen sowohl kleinere Handbohrungen für Durchlässigkeitsmessungen sowie Maschinenbohrungen an mehreren Stellen der Insel. Sehr wichtig sind zwei ca. 70 m tiefe Forschungsbohrungen im Ostland und in der Waterdelle, die bis in das versalzene Grundwasser vordringen sollen. Vor allem in diesen Bohrungen werden aufwändige bohrlochgeophysikalische Messungen durchgeführt, die die Süß- / Salzwassergrenze sichtbar machen. Anschließend wird ein neuartiges 20 m langes Multielektrodenmessgerät des LIAG in das Bohrloch eingebaut, mit dem über lange Zeit die Bewegung der Süß- / Salzwassergrenze beobachtet werden kann. Selbstverständlich nimmt das internationale Wissenschaftlerteam auch Wasser- und Sedimentproben aus verschieden Tiefen zur Alters- und Qualitätsbestimmung.

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik ist ein eigenständiges Forschungsinstitut für angewandte Geowissenschaften mit geophysikalischer Ausrichtung. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird es als Einrichtung von überregionaler Bedeutung von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Aufgabe, Strukturen, Zustände und Prozesse im anthropogen beeinflussbaren Untergrund zu untersuchen sowie zur Lösung dieser Fragestellungen neue Gerätesysteme, Messmethoden und Interpretationsverfahren zu entwickeln.

Franz Binot | idw
Weitere Informationen:
http://www.liag-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik