Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Ozean entsteht in Ostafrika

30.06.2010
Geologe: "Vorstufe eines Ozeans auch im Rheintal sichtbar"

Afrika wird sich teilen und ein neuer Ozean innerhalb des Kontinents entsteht. Zu erwarten ist dies zwar erst in zehn Mio. Jahren, doch ist der Prozess dazu längst im Laufen und kann heute schon besonders in der Afar-Region in Äthiopien beobachtet werden. Geologen der Universität Leeds präsentieren auf der soeben angelaufenen Summer Science Exhibition der britischen Royal Society ein 3D-Modell, das dieses Phänomen verständlich macht.


"Es gibt weltweit nur sehr wenige Orte, an dem ein Ozeanriss nicht am Meeresboden, sondern am Land verläuft. Man kann in Ostafrika auf dem zukünftigen Ozeangrund herumlaufen", berichtet Birger-Gottfried Lühr vom Geoforschungszentrum Potsdam gegenüber pressetext. Ostafrika gilt somit unter Geologen als Hotspot für die Erforschung, wie sich ein Ozean entwickelt. Dieser Vorgang beginnt sehr klein, geht über mehrere Stufen und dauert auch entsprechend lange.

Künftiger Ozean im Rheintal

... mehr zu:
»Erdbeben »Geologe »Graben »Ostafrika »Ozean »Rheintal

Die erste Vorstufe ist in Deutschland zu beobachten, so Lühr. "Auch das Rheintal ist eine Grabenstruktur, in der die Erdkruste schon von sonst 30 auf 20 Kilometer ausgedünnt ist." Bebt es in der Region auch immer wieder, so sind Vulkane erst dann zu erwarten, wenn der Graben breiter als 60 Kilometer wird. Das ist in Ostafrika der Fall, dessen Grabenboden teils auf ein Niveau von 150 Meter unter dem Meeresspiegel abgesunken ist. Allein das Danakil-Hochland verhindert noch, dass sich das Rote Meer auf den Graben ergießt und das neue Meer füllt.

Das Rote Meer selbst ist auch bereits der Prototyp für die nächste Stufe, kam es doch durch den Graben zustande, den das Auseinanderdriften von Afrika und der arabischen Halbinsel hinterließ. "Jahrmillionen später ist eine Entwicklung wie beim Atlantik zu erwarten, der symmetrisch aufgebaut ist und hat einen Mittelriss aufweist", so Lühr. Die Driftbewegung beschleunigt sich mit der Zeit. Beträgt sie im Rheintal nur um einen Millimeter jährlich, kommt das Rote Meer schon auf einen Zentimeter. Der Atlantik hat sich relativ früh im Süden geöffnet, weshalb die dortige Bewegungsrate über vier Zentimeter beträgt.

Pazifik ans Lebensende gelangt

Das Endstadium der Ozeane hat schließlich der Pazifik erreicht. "Er hat seine Symmetrie bereits verloren und ist nun auch an den Ozeanrändern aktiv. Dort taucht die ozeanische Lithosphäre unter die kontinentale und führt dabei zu sehr starken Erdbeben und explosivem Vulkanismus. Obwohl er der größte Ozean ist, zeichnet sich sein langsames Absterben zugunsten der anderen Weltmeere bereits ab", so Lühr.

Hintergrund dieser Bewegungen sind die Antriebe im Erdmantel, die sogenannten Konvektionsströme plastischen Materials. Diese beruhen auf der Aufheizung des absinkenden Materials und den damit verbundenen Dichteänderungen. "Schweres Material sinkt in die Tiefe und leichteres steigt auf. Betrachtet man die Erde über Jahrmillionen, so hat sie mehr Ähnlichkeit mit einer Flüssigkeit als mit einem starren Körper." Die Oberfläche der Erde verändert sich ständig, allerdings sind die meisten Bewegungen zu langsam, als dass man sie mit dem Auge wahrnehmen könnte. Ausnahmen bilden hier Erdbeben oder Vulkanausbrüche, zu denen es in Ostafrika zuletzt im Mai dieses Jahres kam.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://royalsociety.org
http://www.gfz-potsdam.de

Weitere Berichte zu: Erdbeben Geologe Graben Ostafrika Ozean Rheintal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht AWI-Forscher messen Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis
25.04.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IFAT 2018: Phosphorgewinnung aus Klärschlamm und andere regionale Nutzungskonzepte für Biomassen

26.04.2018 | Messenachrichten

Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0

26.04.2018 | Informationstechnologie

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics