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Die drei größten Einrichtungen der europäischen Meeresforschung, das National Oceanography Centre Southampton (NOCS), Großbritannien, das nationale französische Forschungsinstitut Ifremer, Paris, und das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten.
Im Beisein des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen haben die drei Institute am 15. Dezember ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Der Direktor des NOCS, Professor Edward Hill, der Präsident und Generaldirektor des Ifremer, Jean-Yves Perrot und Professor Peter Herzig, der Direktor des IFM-GEOMAR und Maritimer Koordinator der Landesregierung Schleswig-Holstein, vereinbarten mit diesem Abkommen eine engere Zusammenarbeit. "Mit der Allianz der sprichwörtlichen 'G3' unter den europäischen Meeresforschungsinstituten stellen wir uns den aktuellen Herausforderungen der globalen Erforschung unserer Ozeane", erläutert Professor Peter Herzig vom IFM-GEOMAR. "Mit 3000 Mitarbeitern und einem jährlichen Budget von mehr als 350 Mio. Euro sind wir Europas größter Zusammenschluss in der Meeresforschung", so Herzig weiter. "Wir können dabei auf unsere schon existierenden Kooperationen aufbauen und unsere Kräfte durch die Kombination von inhaltlicher Zusammenarbeit und der Nutzung modernster Technologien stärker bündeln, um die Ozeane besser zu untersuchen und zu verstehen", fügt Professor Hill hinzu.
"Mit unserem gebündelten Wissen auf dem Gebiet der Ozean-Klima Wechselwirkungen, Ressourcen der Weltmeere, Ökosysteme und Biodiversität sind wir hervorragend aufgestellt, um die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung und Implementierung mariner und maritimer Richtlinien auf europäischer Ebene zu geben", so Professor Hill weiter. Auch der Präsident und Generaldirektor des Ifremer, Jean-Yves Perrot teilt diese Auffassung. Sein Institut ist mit Abstand das größte im neuen Triumvirat. Nach seinen Worten ist diese neue, enge Kooperation ist ein weiterer Schritt, um die "Europäische Forschungsregion" Realität werden zu lassen. "Unsere drei Institute eint das breit angelegte Forschungsspektrum, das physikalische, chemische, biologische und geologische Aspekte der Meeresforschung umfasst", so Professor Peter Herzig. "Damit haben alle drei Institute den Rang nationaler Forschungszentren für die sogenannte 'blaue Ozeanforschung'", führt Herzig weiter aus.
Breite Zustimmung kommt auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen: "Die überaus positive Entwicklung, die die Meeresforschung in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren genommen hat, freut uns außerordentlich. Wir haben mit unserem Konzept 'Stärken stärken' die Entwicklung des IFM-GEOMAR maßgeblich unterstützt. Nicht zuletzt dadurch sind fast 200 hochwertige Arbeitsplätze in den vergangenen fünf Jahren am IFM-GEOMAR neu entstanden", sagte der Regierungschef. "Auch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages dokumentiert, dass das IFM-GEOMAR zu einer der weltweit führenden Einrichtungen aufgestiegen ist."
Hintergrundinformation:
Das französische nationale Forschungszentrum Ifremer hat ca. 1900 Mitarbeiter und ein jährlichens Budget von ca. 235 Mio. Euro. Das Institut, mit Zentrale in Issy-les-Moulineaux nahe Paris unterhält 5 Zentren und 21 weitere Stationen, unter anderem in Brest, Nantes, Boulogne-sur-Mer, Toulon und Französisch-Polynesien. Neben 8 Forschungsschiffen betreibt das Institut einen Tiefseeroboter und ein bemanntes Tiefseetauchboot. Das Forschungsspektrum des Instituts umfasst ein weites Feld von der Küstenforschung bis in die Tiefsee.
Das National Oceanography Centre, Southampton (NOCS) ist Großbritanniens nationales Meeresforschungszentrum. Es ist auf dem Gebiet der Meeres- und Erdsystemwissenschaften mit Schwerpunkten in Forschung, Lehre und Technologieentwicklung eine der weltweit führenden Einrichtungen. Mehr als 500 Wissenschaftler, Lehr- und technisches Personal sowie seegehendes Einheiten sowie 700 Studenten arbeiten auf dem am Wasser gelegenen Campus des NOCS. Das National Oceanography Centre, Southampton ist eine Kooperation der Universität Southampton und des Natural Environment Research Council (NERC). Zum NOCS gehören die Forschungsschiffe RRS James Cook und RRS Discovery sowie der nationale Pool für marine Großgeräte, u.a. die Tiefseeroboter "Autosub" und "Isis", zwei der weltweit am tiefsten tauchenden Forschungsgeräte. Das Budget des NOCS liegt bei mehr als 41 Millionen Pfund (46 Millionen Euro). Im Rahmen seines Forschungsauftrags spielt das National Oceanography Centre eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung nationaler und internationaler Programme auf dem Gebiet der Meeresforschung.
Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), Kiel wurde im Jahre 2004 gegründet. Das IFM-GEOMAR beschäftigt derzeit mehr als 500 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von fast 60 Mio. Euro mit einem Drittmittelanteil von etwa 50 %. Das IFM-GEOMAR verfügt über eine moderne und leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Dazu zählen vier eigene Forschungsschiffe, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot "JAGO", ferngesteuerte Tauchroboter wie der "ROV Kiel 6000" und das "AUV ABYSS" sowie verschiedenste Langzeitobservatorien. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das IFM-GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenforschung in den Weltozeanen, in verschiedenen Bereichen werden aber auch anwendungsbezogene Fragestellungen bearbeitet.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Herzig (Direktor IFM-GEOMAR), Tel. 0431 - 600 2800 pherzig@ifm-geomar.de
Dr. Andreas Villwock (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 - 600 2802, avillwock@ifm-geomar.de
Dr. Andreas Villwock | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ifremer.fr/
www.noc.soton.ac.uk/
www.ifm-geomar.de
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