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Neue Station für Grundwassermessungen in der Reinacherheide

30.10.2008
Um das Zusammenspiel von Fluss- und Grundwasser besser zu erforschen, hat die Universität Basel diesen Monat in der Reinacherheide eine Messstation in Betrieb genommen.

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Dank dem Forschungsprojekt soll die Förderung von Trinkwasser besser gesteuert und die Wasserqualität online überwacht werden - besonders wenn Hochwasser in der Birs das Grundwasser zu verunreinigen droht.


Trotz Grundwasserschutzzonen werden bei Kontrollen von Wasserfassungen in der Region Basel im geförderten Wasser jedes Jahr mikrobiologische Verunreinigungen festgestellt. Im Extremfall, wie zum Beispiel in Laufen 2006, wurde der Bevölkerung empfohlen, vorsichtshalber das Wasser abzukochen.

Eine nachhaltige Förderung von Grundwasser zur Herstellung von Trinkwasser erfordert gute Kenntnisse des Grundwassersystems und seiner möglichen Gefährdungen, etwa durch Hochwassersituationen, bei denen vermehrt Flusswasser ins Grundwasser eindringt.

In der Reinacherheide, wo in unmittelbarer Nähe der Birs aus acht Brunnen das Trinkwasser für rund 50'000 Personen im Birs- und Leimental gewonnen wird, zeigen Vorstudien, dass die Infiltration von Birswasser die Qualität des geförderten Wassers stark beeinflussen kann. In diesen Fällen werden heute flussnahe Brunnen abgeschaltet.

Um das Verständnis der Fluss-Grundwasser-Interaktion in der Reinacherheide zu vertiefen, führt die Abteilung Angewandte und Umweltgeologie der Universität Basel Messungen mit verschiedenen Sonden durch, die für die Bedingungen an der Birs und im Grundwassersystem angepasst wurden. Die Messdaten werden von den Sonden online in den Messcontainer übertragen.

In Kombination mit Simulationen der Grundwasserströmung und einer Analyse der Wasserqualität soll das Projekt dem Wasserwerk Reinach künftig ermöglichen, jederzeit einschätzen zu können, wie stark einzelne Grundwasserbrunnen von einer Verunreinigung gefährdet sind. Das würde erlauben, die Grundwasserpumpen für die Entnahme von Trinkwasser je nach Situation so zu steuern, dass der Einfluss der Birs im Gefährdungsfall minimiert würde.

Das Projekt wird von der KTI, der Förderagentur für Innovation des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, mit 234'520 Franken gefördert. Industriepartner ist die Baselbieter Messtechnik-Firma Endress+Hauser, die für das Projekt Messgeräte und Automatisierungstechnik im Wert von rund 200'000 Franken zur Verfügung gestellt hat. Fachleute des Unternehmens waren für Engineering, Planung und Bau eines Messcontainers zuständig, unterstützten die Installation und Inbetriebnahme und kümmern sich um die Wartung der Messsysteme.

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Peter Huggenberger, Universität Basel, Departement Umweltwissenschaften, Abteilung für Angewandte und Umweltgeologie, Bernoullistrasse 32, 4056 Basel, Tel. +41 (0)61 267 35 92, E-Mail: peter.huggenberger@unibas.ch

Reto Caluori | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.unibas.ch

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