Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue strategische Partnerschaft in der europäischen Meeresforschung

15.12.2008
Drei europaweit führende Institute schließen Kooperationsabkommen

Die drei größten Einrichtungen der europäischen Meeresforschung, das National Oceanography Centre Southampton (NOCS), Großbritannien, das nationale französische Forschungsinstitut Ifremer, Paris, und das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Im Beisein des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen haben die drei Institute am 15. Dezember ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.

Der Direktor des NOCS, Professor Edward Hill, der Präsident und Generaldirektor des Ifremer, Jean-Yves Perrot und Professor Peter Herzig, der Direktor des IFM-GEOMAR und Maritimer Koordinator der Landesregierung Schleswig-Holstein, vereinbarten mit diesem Abkommen eine engere Zusammenarbeit. "Mit der Allianz der sprichwörtlichen 'G3' unter den europäischen Meeresforschungsinstituten stellen wir uns den aktuellen Herausforderungen der globalen Erforschung unserer Ozeane", erläutert Professor Peter Herzig vom IFM-GEOMAR. "Mit 3000 Mitarbeitern und einem jährlichen Budget von mehr als 350 Mio. Euro sind wir Europas größter Zusammenschluss in der Meeresforschung", so Herzig weiter. "Wir können dabei auf unsere schon existierenden Kooperationen aufbauen und unsere Kräfte durch die Kombination von inhaltlicher Zusammenarbeit und der Nutzung modernster Technologien stärker bündeln, um die Ozeane besser zu untersuchen und zu verstehen", fügt Professor Hill hinzu.

"Mit unserem gebündelten Wissen auf dem Gebiet der Ozean-Klima Wechselwirkungen, Ressourcen der Weltmeere, Ökosysteme und Biodiversität sind wir hervorragend aufgestellt, um die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung und Implementierung mariner und maritimer Richtlinien auf europäischer Ebene zu geben", so Professor Hill weiter. Auch der Präsident und Generaldirektor des Ifremer, Jean-Yves Perrot teilt diese Auffassung. Sein Institut ist mit Abstand das größte im neuen Triumvirat. Nach seinen Worten ist diese neue, enge Kooperation ist ein weiterer Schritt, um die "Europäische Forschungsregion" Realität werden zu lassen. "Unsere drei Institute eint das breit angelegte Forschungsspektrum, das physikalische, chemische, biologische und geologische Aspekte der Meeresforschung umfasst", so Professor Peter Herzig. "Damit haben alle drei Institute den Rang nationaler Forschungszentren für die sogenannte 'blaue Ozeanforschung'", führt Herzig weiter aus.

Breite Zustimmung kommt auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen: "Die überaus positive Entwicklung, die die Meeresforschung in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren genommen hat, freut uns außerordentlich. Wir haben mit unserem Konzept 'Stärken stärken' die Entwicklung des IFM-GEOMAR maßgeblich unterstützt. Nicht zuletzt dadurch sind fast 200 hochwertige Arbeitsplätze in den vergangenen fünf Jahren am IFM-GEOMAR neu entstanden", sagte der Regierungschef. "Auch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages dokumentiert, dass das IFM-GEOMAR zu einer der weltweit führenden Einrichtungen aufgestiegen ist."

Hintergrundinformation:
Das französische nationale Forschungszentrum Ifremer hat ca. 1900 Mitarbeiter und ein jährlichens Budget von ca. 235 Mio. Euro. Das Institut, mit Zentrale in Issy-les-Moulineaux nahe Paris unterhält 5 Zentren und 21 weitere Stationen, unter anderem in Brest, Nantes, Boulogne-sur-Mer, Toulon und Französisch-Polynesien. Neben 8 Forschungsschiffen betreibt das Institut einen Tiefseeroboter und ein bemanntes Tiefseetauchboot. Das Forschungsspektrum des Instituts umfasst ein weites Feld von der Küstenforschung bis in die Tiefsee.

Das National Oceanography Centre, Southampton (NOCS) ist Großbritanniens nationales Meeresforschungszentrum. Es ist auf dem Gebiet der Meeres- und Erdsystemwissenschaften mit Schwerpunkten in Forschung, Lehre und Technologieentwicklung eine der weltweit führenden Einrichtungen. Mehr als 500 Wissenschaftler, Lehr- und technisches Personal sowie seegehendes Einheiten sowie 700 Studenten arbeiten auf dem am Wasser gelegenen Campus des NOCS. Das National Oceanography Centre, Southampton ist eine Kooperation der Universität Southampton und des Natural Environment Research Council (NERC). Zum NOCS gehören die Forschungsschiffe RRS James Cook und RRS Discovery sowie der nationale Pool für marine Großgeräte, u.a. die Tiefseeroboter "Autosub" und "Isis", zwei der weltweit am tiefsten tauchenden Forschungsgeräte. Das Budget des NOCS liegt bei mehr als 41 Millionen Pfund (46 Millionen Euro). Im Rahmen seines Forschungsauftrags spielt das National Oceanography Centre eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung nationaler und internationaler Programme auf dem Gebiet der Meeresforschung.

Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), Kiel wurde im Jahre 2004 gegründet. Das IFM-GEOMAR beschäftigt derzeit mehr als 500 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von fast 60 Mio. Euro mit einem Drittmittelanteil von etwa 50 %. Das IFM-GEOMAR verfügt über eine moderne und leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Dazu zählen vier eigene Forschungsschiffe, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot "JAGO", ferngesteuerte Tauchroboter wie der "ROV Kiel 6000" und das "AUV ABYSS" sowie verschiedenste Langzeitobservatorien. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das IFM-GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenforschung in den Weltozeanen, in verschiedenen Bereichen werden aber auch anwendungsbezogene Fragestellungen bearbeitet.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Herzig (Direktor IFM-GEOMAR), Tel. 0431 - 600 2800 pherzig@ifm-geomar.de

Dr. Andreas Villwock (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 - 600 2802, avillwock@ifm-geomar.de

Dr. Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifremer.fr/
http://www.noc.soton.ac.uk/
http://www.ifm-geomar.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie