Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methoden zur Schadensanalyse nach Naturkatastrophen

17.02.2012
Nach Naturkatastrophen ist schnelle Hilfe nötig. Inzwischen stehen durch die Internationale Charter »Space and Major Disasters« für die gesamte Landoberfläche der Erde Luft- oder Satellitenbilder in hoher Auflösung (Pixelgröße von 50 Zentimetern) zur Verfügung.

Auf Grundlage dieser Bilder entwickeln jetzt Wissenschaftler am Institut für Geoinformatik und Fernerkundung (IGF) der Universität Osnabrück ein neues Verfahren, um automatisch Veränderungen aus diesen Daten abzuleiten und Karten über die Zerstörungen herzustellen. Das dreijährige Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die aktualisierten Karten erlauben schnelle und gezielte Hilfe im Katastrophenfall. Aus Ihnen lässt sich ableiten, welche Straßen noch befahrbar und welche Gebiete am stärksten von Zerstörungen betroffen sind, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Manfred Ehlers vom IGF und erklärt: »Basieren heutige Verfahren oft auf zweidimensionalen, also bildhaften Informationen, so sollen in diesem Projekt auch Höhendaten berücksichtigt werden. Damit können Veränderungen an Gebäuden wesentlich besser erkannt werden und erlauben so eine genauere Schadenserkennung.«

Projektmitarbeiter Dr. Sascha Klonus erläutert dazu: »Sind zwei Satellitenbilder vom gleichen Ort verfügbar, die aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen wurden, so ist es möglich Höheninformationen aus Ihnen abzuleiten: aus einem zweidimensionalen Bild (2D) wird so eine dreidimensionale Höhenkarte (3D).«

Da Erdbeben in Deutschland eher selten sind, liegt die Mehrzahl der Untersuchungsgebiete in der Türkei. Dazu arbeitet das IGF mit der Yeditepe Universität in Istanbul zusammen, die dazu ebenfalls eine Förderung vom türkischen Forschungsrat TÜBITAK erhält. Ein weiterer Projektpartner ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Die gesamte Projektförderung beträgt mehr als 300.000 Euro. Die Kooperation mit dem DLR erlaubt einen schnelleren Zugriff auf die Satellitendaten. Das IGF an der Universität Osnabrück wird in dieses Projekt seine Kenntnisse in der automatischen Veränderungsanalyse einbringen und das DLR sein Wissen bei der Erzeugung von Höhenmodellen. »Damit ergänzen sich die Organisationen optimal«, freut sich Ehlers.

Aber nicht nur bei Erdbeben kann das Verfahren eingesetzt werden, auch andere Naturkatastrophen, wie Hangrutschungen oder Überflutungen können schnell ausgewertet werden. Auch für die EU ist dieses Projekt interessant, denn in neuen Programmen fördert die EU Projekte, die sich mit der Sicherheit der Bewohner in Europa befassen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Manfred Ehlers, Universität Osnabrück
Institut für Geoinformatik und Fernerkundung
Barbarastraße 22b, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 3911, Fax +49 541 3939
E-Mail: mehlers@igf.uni-osnabrueck.de

Dr. Utz Lederbogen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifg.uni-osnabrueck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus
19.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics