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Mitteldeutsches Klimabüro nimmt Arbeit auf

24.11.2009
Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft können ab sofort in Mitteldeutschland Informationen zum Klimawandel aus erster Hand erhalten.

Das Mitteldeutsche Klimabüro nahm am Dienstag seine Arbeit in Leipzig offiziell auf. Es ist als Schnittstelle zum Wissenstransfer zwischen Anwendern und Wissenschaft konzipiert. Das Büro am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist eines von vier Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die regionalen Klimabüros bündeln und vermitteln Forschungsergebnisse, die für klimaempfindliche Bereiche der jeweiligen Region besonders relevant sind. So liegen die Schwerpunkte des Norddeutschen Klimabüros bei Themen wie Stürmen, Sturmfluten und Seegang sowie Energie- und Wasserkreisläufen in Küstengebieten. Das Süddeutsche Klimabüro bietet Expertise zu kleinräumigen Extremereignissen wie Starkniederschlägen und Hochwasser an. Das Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg deckt Fragestellungen zum Klimawandel in den Polargebieten ab, mit besonderem Augenmerk auf der Entwicklung der Eisschilde und des Permafrostes. Das Mitteldeutsche Klimabüro konzentriert sich auf natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte des Klimawandels.

Dies sind z.B. Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung oder die Bewertung von Anpassungsmaßnahmen an die Folgen der Klimaänderung. Im Mitteldeutschen Raum ist bis zum Ende des Jahrhunderts vor allem mit weniger Sommerniederschlägen bei gleichzeitig höheren Temperaturen zu rechnen. "Dies wird eine der großen Herausforderungen für Wasserversorger, Land- und Forstwirtschaft sein", so Dr. Andreas Marx, Koordinator des Klimabüros in Leipzig. Daneben würde sich aufgrund der höheren Temperaturen im Sommer eine größere Hitzebelastung für den Menschen einstellen. Im Winter hingegen könne durch die geringere Belastung des Immunsystems bei höheren Temperaturen mit einem positiven Effekt auf die Gesundheit gerechnet werden.

In Sachsen-Anhalt hat das Mitteldeutsche Klimabüro bereits vor der offiziellen Eröffnung seine Expertise in die Erarbeitung der Anpassungsstrategie des Landes an den Klimawandel eingebracht. "Diese Form der Zusammenarbeit und in weiterem Sinne auch Politikberatung ist ein Weg der direkten Einbeziehung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Erstellung von Plänen und Strategien auf Landesebene. Der Wissenszuwachs, der durch den Dialog zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sowie dem Landesamt für Umweltschutz und dem mitteldeutschen Klimabüro entsteht, ist wertvoll für die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Anpassung an den Klimawandel", so Brigitte Schwabe-Hagedorn, Leiterin des Referates Klimawandel/Klimaanpassung im Ministerium.

Die Klimabüros mit Sitz in Bremerhaven, Geesthacht, Karlsruhe und Leipzig sowie das Climate Service Center (CSC) in Hamburg sind Teil der Anstrengungen der Helmholtz-Gemeinschaft, die Klimaforschung zu intensivieren. Mit der Klimainitiative REKLIM werden beispielsweise die Kompetenzen verschiedener Helmholtz-Arbeitsgruppen gebündelt, um die Veränderungen des Klimas und insbesondere die damit verbundenen Folgen auf regionaler Ebene zu untersuchen. Dabei werden auch sozioökonomische Aspekte berücksichtigt, um zum Beispiel durch Kostenkalkulation und Abschätzung von Nutzen einzelner Maßnahmen konkrete Empfehlungen für Anpassungsoptionen geben zu können. So soll auch in Zukunft ein effizientes Wassermanagement sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und Agrarflächen ermöglicht werden.

Die Initiativen stehen im Einklang mit der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) an den Klimawandel, deren Grundlagen durch eine wissenschaftliche Vorbereitungskonferenz im August 2009 am UFZ gelegt wurden. Langfristiges Ziel ist dabei die Verminderung der Verletzlichkeit bzw. die Steigerung der Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme an die unvermeidbaren Auswirkungen des globalen Klimawandels. So fordert die Strategie u.a.: "Hierzu sind mögliche langfristige Klimafolgen für Deutschland und seine Regionen zu benennen und zu konkretisieren." Bis 2011 wird dazu ein Aktionsplan zur Anpassung erarbeitet.

Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu erforschen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Mehr dazu erfahren Sie in der Sonderausgabe des UFZ-Newsletters "In Sachen Klimawandel" unter http://www.ufz.de/index.php?de=10690 .

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Andreas Marx
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1074
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
E-mail: presse@ufz.de
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 16 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=19107
http://www.mitteldeutsches-klimabuero.de
- Mitteldeutsches Klimabüro
http://www.helmholtz.de/aktuelles/presseinformationen/artikel/detail/neue_
offensive_fuer_die_klimaforschung/
- REKLIM: Neue Offensive für die Klimaforschung
http://www.ufz.de/index.php?de=10690
- UFZ-Spezial "In Sachen Klimawandel"

Tilo Arnhold | idw
Weitere Informationen:
http://www.klimabuero.de/

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