Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikro-Erdbeben im Oberrheingraben durch Tiefenbohrung?

18.03.2016

Projekt der Goethe-Universität und der hessischen Umweltbehörde erforscht Einfluss der geplanten Erdwärme-Anlage in Groß Gerau

Die natürlichen seismischen Erschütterungen im nördlichen Oberrheingraben sind meist so schwach, dass die Bevölkerung sie nicht spürt. Dies gilt normalerweise auch für Mikrobeben, die durch Anlagen zur Nutzung von Erdwärme ausgelöst werden können. Mit dem Forschungsprojekt SiMoN+ wollen die Goethe Universität und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) untersuchen, ob es eine Wechselwirkung zwischen natürlichen und menschlich induzierten Beben gibt. SiMoN+ geht rechtzeitig an den Start, um das erste Hessische Tiefengeothermieprojektes bei Trebur im Oberrheingraben seismisch zu überwachen. Erste Bohrungen sind Ende März geplant.

In Geothermiekraftwerken wandelt man Erdwärme in Strom und Heizwärme um. Bei Trebur ist eine 3,5 bis 4 Kilometer tiefe Bohrung geplant. Wird Wasser in diese Tiefe geleitet, erhitzt es sich auf über 100 °C und ist damit heiß genug für eine wirtschaftliche Nutzung. Bereits im Vorfeld ist ein großes Areal, das Erlaubnisfeld Groß-Gerau der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG), durch seismische Messungen charakterisiert worden, um einen geeigneten Standort für das Geothermiekraftwerk zu finden. Ein hoch-auflösendes Monitoring-System umfasst zudem die natürlichen Beben der Umgebung. Im weiteren Verlauf werden die verschiedenen Umsetzungsphasen des Geothermieprojekts, wie Bohrung, Reservoirtests und Betrieb seismisch überwacht und analysiert.

Das Messgebiet des Projekts SiMoN+ umfasst neben dem Erlaubnisfeld Groß-Gerau auch die Regionen Trebur, Walldorf, Riedstadt, Darmstadt und den nördlichen Odenwald. Diese Regionen deckt das regionale mikroseismische Messnetz der Goethe Universität gut ab und ermöglicht so, Beben genau zu lokalisieren. Die Stationen sind so ausgewählt, dass etwaige Störeinflüsse durch die dichte Besiedlung des Rhein-Main-Gebiets möglichst gering sind.

Das Messnetz des Hessischen Erdbebendienstes beim HLNUG ist darauf ausgerichtet, Erdbeben im gesamten Bereich des Landes Hessen zu lokalisieren. Der Schwerpunkt liegt in Südhessen, da hier die meisten Erdbeben aufgezeichnet werden. In Verbindung mit den Stationen der Goethe Universität können im Messgebiet des Projektes SiMoN+ Erdbeben ab etwa einer Stärke von 0,5 auf der Magnitudenskala erfasst werden. Ergänzt werden die Aufzeichnungen durch Daten von den Permanentstationen der angrenzenden Landesämter und Universitäten.

Das Projekt SiMoN+ ist das Nachfolgeprojekt des SiMoN-Projektes (Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des Nördlichen Oberrheingrabens), welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bis Ende September 2015 gefördert wurde. Das Projekt SiMoN+ wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt.

Informationen: Prof. Georg Rümpker, Institut für Geowissenschaften, Geophysik, Campus Riedberg, Tel,: (069) 798 40142, rumpker@geophysik.uni-frankfurt.de

www.hlnug.de/themen/geologie/erdbeben/simon.html

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.

Herausgeber: Die Präsidentin, Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung Marketing und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60629 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-12498, Fax: (069) 798-761 12531, hardy@pvw.uni-frankfurt.
Internet: www.uni-frankfurt.de 

Dr. Anne Hardy | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht PM des MCC: CO2-Entzug aus Atmosphäre für 1,5-Grad-Ziel unvermeidbar
23.05.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics