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Meteorologe trägt zur Verbesserung der weltweiten Klimaeinschätzung bei

13.10.2011
Ralf Brauner vermisst die Meereisdicke in der Arktis

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Rund 100 Meter über dem Eis fliegt das Forschungsflugzeug Polar 5, um Daten zum Klimawandel zu sammeln. Foto: Andreas Herber

Viele Wochen ist das Forschungsflugzeug Polar5 des Bremerhavener Alfred Wegener Instituts (AWI) über das Eis geflogen, um mit Hilfe moderner Technik die Dicke von mehrjährigem Eis in der Arktis zu messen.

Für Ralf Brauner gehören Expeditionen in die Arktis und Antarktis zur Normalität. Der Meteorologe, der seit zwei Jahren an der Jade Hochschule am Fachbereich Seefahrt am Studienort Elsfleth lehrt, war viele Jahre beim Deutschen Wetterdienst in Hamburg tätig und dort wurden regelmäßig Expeditionen ins Eis unternommen. Jetzt ist er an der Expetition PAMARCMIP (Polar Airborne Measurements and Arctic Regional Climate Model Simulation Project) in der Arktis beteiligt. Neben der Meteorologie der Arktis geht es um die Vermessung der Meereseisdicke auf einer Route von Alaska über Kanada, Grönland bis nach Spitzbergen.

Die Dicke des Meereises stand nicht ohne Grund im Mittelpunkt der Expedition. „In den letzten 30 Jahren hat sich die sommerliche Meereisausdehnung in einer Größenordnung von 11,2 Prozent pro Dekade verringert, mit einem Rekordminimum im Jahre 2007“, berichtet Ralf Brauner und weist in diesem Zusammenhang auf den Klimawandel hin.

„Weil die Stärke des Meereises und deren Ausdehnung bzw. Minimierung in direktem Zusammenhang stehen, sollen die Daten der angestrebten Messreihen die Modellrechnungen und deren Prognosen verbessern“, erklärt er. Es geht also um die Frage nach einem besseren Verständnis für die physikalischen Prozesse in der zentralen Arktis, das für die Einschätzung der aktuellen Veränderungen dringend erforderlich ist. „Dazu gehört es zum Beispiel, die Unsicherheit der Modelle zur Berechnung der Wetter- und Klimavorhersagen so weit wie möglich zu minimieren“, berichtet der Experte.

Der 46-Jährige, dem Minustemperaturen von 30 bis 40 Grad vertraut sind, muss vor jeder Expedition seine gute Gesundheit unter Beweis stellen. Wenn alle Gesundheitstests bestanden sind, geht es in die extremen Breiten. Das Forschungsflugzeug des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) fliegt stundenlang in 100 Meter Höhe über dem Eis, um Daten zu sammeln, die in Zukunft auch gemeinsam mit Studierenden am Fachbereich Seefahrt auswertet werden.

Für sie sind die Expeditionen von Ralf Brauner eine große Chance, tiefe Einblicke in die Forschung zu erhalten. „Es geht schließlich auch um den Einfluss von Schiffen auf den Klimawandel“ erklärt er. „Auch sie hinterlassen z. B. Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan. Wir forschen dann z. B. mit Partnern wie dem Germanischen Lloyd, inwiefern Schiffe umweltfreundlicher konstruiert werden können, damit etwa eine CO2-Reduktion erzielt und der Klimawandel minimiert wird.“

Seine, aber auch die Forschung seiner Kollegen am Fachbereich Seefahrt, belebt die Lehre. Dadurch erhalten die Studierenden sehr viel neues Fachwissen und Einblicke in Forschungsfragen und lernen, mit neuen Erkenntnissen richtig umzugehen, also gesammelte Daten richtig zu analysieren. Für ihre berufliche Zukunft ist das nicht unerheblich. Zudem lernen die Studierenden durch das neu angebotene „Maritime Kolloquium“, das Ralf Brauner und seine Kollegen in Elsfleth ins Leben gerufen haben, interessante Referenten und zukunftsweisende Fragestellungen kennen.

Anke Westwood | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.awi.de

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