Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Lysimetern zur Klimaanalyse

07.11.2008
Was geschieht mit unseren Böden und Pflanzen, wenn die Temperaturen steigen und sich die Niederschlagsverteilungen ändern?

Mithilfe von Wetterradaren, Satelliten und Flugzeugen sowie zahlreichen Messgeräten im Boden erforschen Jülicher Wissenschaftler im Projekt TERENO die Folgen des Klimawandels.

Jetzt wurde mit „SoilCan“ ein weiteres Teilprojekt mit 3,6 Millionen Euro bewilligt, bei dem Böden unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Deutschland ausgesetzt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Stoffaustrag und Treibhausgasemission studieren zu können.

Mit dieser Förderung wird das Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, ein Netzwerk an Lysimetern errichten, um die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Stoff- und Wasserflüsse im Boden zu untersuchen.

Lysimeter sind oben offene Metallzylinder, in denen sich ein ausgestochener Bodenblock mit einem Volumen von etwa 1,5 Kubikmeter befindet.

Mit ausgeklügelter Technik können die Forscher so die Rolle von Wasser und Bodenstruktur beim Stofftransport untersuchen. Die Lysimeter werden mit sehr sensiblen Messgeräten ausgestattet, deren Daten mit funkbasierter Technologie übertragen und die Lysimeter so in Echtzeit überwacht werden können. Um Klimaveränderungen in laufenden Experimenten zu simulieren, werden die Lysimeter innerhalb von Deutschland in unterschiedliche klimatische Regionen versetzt und damit verschiedenen Temperatur- und Niederschlagssituationen ausgesetzt. Zusätzlich werden auch Treibhausgasemissionen gemessen.

Das vollautomatisierte Lysimeternetzwerk SoilCan ergänzt die Forschung der Jülicher Wissenschaftler in dem Projekt Tereno (TERrestrial ENvironmental Observatories).

Gemeinsam mit fünf weiteren Helmholtz-Zentren beobachten die Jülicher Forscher in diesem mit 12 Millionen Euro geförderten Projekt in den nächsten 15 Jahren vier große Landschaftsräume in Deutschland: die Region Eifel/Niederrheinische Bucht, den Großraum Leipzig-Halle, die Alpen- und Alpenvorlandregion und das Nordostdeutsche Tiefland. Dafür schaffen die beteiligten Zentren unter der Koordination von Jülich ein Netz an Beobachtungsplattformen, die mittels modernster Methoden aus der Umwelttechnik, der Geophysik sowie der Luft- und Raumfahrtforschung langfristig Daten aufzeichnen und auswerten. Ziel ist es, der Global-Change-Forschung eine breite und vor allem langfristige Datenbasis bereitzustellen, mit deren Hilfe lokale und regionale Veränderungen analysiert, besser verstanden und vorhergesagt werden können.

Pressekontakt:
Stefanie Tyroller, Tel. 02461 61-8031, E-Mail: s.tyroller@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie