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Leipziger Klimareport bestätigt Trend zur Erderwärmung

26.01.2016

Meteorologie-Studenten der Universität Leipzig haben erstmals einen Klimareport für die vergangenen sieben Monate erstellt und dabei auch in der Region Leipzig deutliche Auswirkungen der globalen Erderwärmung nachgewiesen. Sie werteten am Leipziger Institut für Meteorologie (LIM) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst Daten aus den Monaten Juni bis Dezember 2015 aus. Diese ergaben für 2015 eine Jahresmitteltemperatur von 11,5 Grad Celsius, was um 1,7 Grad höher ist als im langjährigen Mittel. Die Jahresniederschlagssumme betrug 524 Millimeter. Das sind 33 Millimeter über dem Mittelwert.

"Beides passt in das Schema der globalen Erwärmung, obwohl ein warmer, trockener Sommer zu deren Bestätigung natürlich nicht ausreicht. Das vergangene Jahr war weltweit das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es wird immer deutlicher, dass bei der globalen Erwärmung der Mensch seine Hand im Spiel hat", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Manfred Wendisch.

Die vom Menschen hervorgerufene Emission von Treibhausgasen, die seit 150 Jahren stetig und immer stärker anwächst, führe zu einer Erwärmung unseres Planeten, die auch in Leipzig spürbar ist. "Dadurch ist mehr Energie im klimatischen System, was drastische Folgen haben kann. Wir experimentieren derzeit mit unserem Klima, und der Ausgang des Experimentes ist nicht ganz klar, weil die zugrundeliegenden Prozesse und Wechselwirkung bisher nicht vollständig verstanden und abgeschätzt werden können", erklärt Wendisch.

Die für den Klimareport verwendeten Daten stammen zum einen vom Leipziger Institut für Meteorologie, zum anderen von der Station des Deutschen Wetterdienstes DWD am Flughafen Leipzig/Halle. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Werten von Temperatur und Niederschlag, die mit dem jeweiligen 30-jährigen Mittel der Stationen verglichen wurden. Jeder der analysierten sieben Monate - außer September und Oktober - hatte eine höhere Durchschnittstemperatur als im langjährigen Mittel. Die stärksten Abweichung ergaben sich dabei für die letzten beiden Monate des Jahres 2015. Im Dezember war die Temperatur mit 8,0 Grad Celsius sogar um 5,7 Grad zu hoch.

In Sachen Niederschlag blieben die Monate Juni und Dezember unter dem Durchschnitt. Im Dezember fielen nur 46 Prozent der Regenmenge, die im Mittel zu erwarten ist. Juli, August, Oktober und November dagegen hatten im Vergleich zum langjährigen Mittel zu viel Niederschlag. Bei Starkregen am 22. Juli fielen 52 Millimeter Niederschlag - die größte Menge, die in dieser Periode an einem Tag fiel.


"Im Jahr 2015 gab es deutlich mehr Sommertage mit über 25 Grad Celsius als durchschnittlich zu erwarten ist, genauso auch mehr Tropentage mit über 30 Grad Celsius. Die auffälligste Abweichung hatte dabei der August, der am Flughafen Leipzig/Halle im Mittel 2,7 Tropentage hat. 2015 waren es zwölf", berichtet Meteorologie-Studentin Johanna Pangert, die unter Anleitung der studentischen Betreuer Tobias Doktorowski und Christoph Geissler den Bericht erstellt hat.

Der einzige messbare Schneefall waren zwei Zentimeter Schnee am 23. November 2015. Im November und Dezember zusammen gab es am LIM nur vier Tage, an denen Frost gemessen wurde. Am Flughafen in Leipzig/Halle waren es 13, doch auch dieser Wert bleibt stark hinter den im Mittel 26 Frosttagen im November und Dezember am Flughafen zurück. Eistage, an denen das Temperaturmaximum unter Null Grad Celsius liegt, gab es im zweiten Halbjahr 2015 keinen einzigen.

Über das Leipziger Institut für Meteorologie

Das Leipziger Institut für Meteorologie befindet sich in der Nähe des Stadtzentrums von Leipzig. Die Messungen werden ausschließlich zu Lehrzwecken auf dem Turm des Gebäudes und auf einer Messwiese hinter dem Gebäude vorgenommen. Neben der Ausbildung von Studenten wird in verschiedenen Gruppen in unterschiedlichen Gebieten der Atmosphärenforschung gearbeitet.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Manfred Wendisch
Telefon: +49 341 97-32851
E-Mail: m.wendisch@uni-leipzig.de
Web: www.uni-leipzig.de/~meteo 

Susann Huster | Universität Leipzig

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