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Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzieren gemeinsam zwei innovative Forschungsgroßgeräte im Wert von rund 2,4 Millionen Euro an der Leibniz Universität Hannover.
Mit einer 3-D-Wellenmaschine für ein Wellenbecken sowie einem neuen Messsystem kann die Forschergruppe um Professor Torsten Schlurmann am Franzius-Institut für Wasserbau und Küsteningenieurwesen den Stellenwert der Universität in der Küstenforschung weiter ausbauen. Die Küsteningenieure in Hannover betreiben bereits seit 20 Jahren erfolgreich den 2-D-Wellenkanal, der nach wie vor die größte Laboreinrichtung seiner Art weltweit ist.
"Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstreicht das Land mit der Finanzierung die bundesweite Einmaligkeit des Küsteningenieurwesens in Hannover", sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.
"Wir freuen uns sehr über die Bewilligung der neuen Anlagen. Mit ihrer Hilfe können wir in der Küstenforschung und Meerestechnik ganz oben mitspielen und planen bereits mit den Kollegen vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht und den weiteren Einrichtungen des Konsortiums Deutscher Meeresforschung gemeinsame Forschungsvorhaben," sagte Schlurmann.
Die Großgeräte ermöglichen es den Wissenschaftlern, dreidimensionale kurzkämmige Seegangs- und Strömungsverhältnisse an der Küste und die damit verbundenen komplexen Wechselwirkungen mit Bauwerken wie Wellenbrechern oder Hafen- und Windenergieanlagen erstmalig im physikalischen Modell zu simulieren und zu analysieren.
Einen wertvollen Beitrag sollen die Geräte für die Tsunami-Forschung liefern. Die Forscher wollen Analysen des Wellenauflaufs und -überlaufs an Küsten- und Hafenanlagen erstellen und Konzepte für die Bemessung von Seedeichen und Kaianlagen weiterentwickeln. Design und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee sollen unter realitätsnahen Seegangs- und Strömungsbelastungen untersucht werden. Außerdem wollen die Forscher Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf Hydrosysteme und Infrastrukturen in Küstenzonen gewinnen, indem Klimawandelszenarien für erosionsgefährdete, sandige Küsten simuliert werden.
Der Einsatz der neuen Forschungsgroßgeräte kommt auch den Studierenden beispielsweise im neuen, deutschlandweit einmaligen Masterstudiengang Wasser-, Umwelt- und Küsteningenieurwesen zugute. "Bauingenieure mit diesem speziellen Profil sind national und international gefragter denn je", so Schlurmann. Er rechnet mit einem künftig deutlich ausgeweiteten Aufgaben- und Einsatzspektrum von Küsteningenieuren. "Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel und der Lebens- und Wirtschaftsraum Küste ändert sich nachhaltig."
Petra Wundenberg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mwk.niedersachsen.de
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