Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leibniz Universität Hannover - Neue Großgeräte für die Küstenforschung

17.07.2009
Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzieren gemeinsam zwei innovative Forschungsgroßgeräte im Wert von rund 2,4 Millionen Euro an der Leibniz Universität Hannover.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzieren gemeinsam zwei innovative Forschungsgroßgeräte im Wert von rund 2,4 Millionen Euro an der Leibniz Universität Hannover.

Mit einer 3-D-Wellenmaschine für ein Wellenbecken sowie einem neuen Messsystem kann die Forschergruppe um Professor Torsten Schlurmann am Franzius-Institut für Wasserbau und Küsteningenieurwesen den Stellenwert der Universität in der Küstenforschung weiter ausbauen. Die Küsteningenieure in Hannover betreiben bereits seit 20 Jahren erfolgreich den 2-D-Wellenkanal, der nach wie vor die größte Laboreinrichtung seiner Art weltweit ist.

"Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstreicht das Land mit der Finanzierung die bundesweite Einmaligkeit des Küsteningenieurwesens in Hannover", sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.

"Wir freuen uns sehr über die Bewilligung der neuen Anlagen. Mit ihrer Hilfe können wir in der Küstenforschung und Meerestechnik ganz oben mitspielen und planen bereits mit den Kollegen vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht und den weiteren Einrichtungen des Konsortiums Deutscher Meeresforschung gemeinsame Forschungsvorhaben," sagte Schlurmann.

Die Großgeräte ermöglichen es den Wissenschaftlern, dreidimensionale kurzkämmige Seegangs- und Strömungsverhältnisse an der Küste und die damit verbundenen komplexen Wechselwirkungen mit Bauwerken wie Wellenbrechern oder Hafen- und Windenergieanlagen erstmalig im physikalischen Modell zu simulieren und zu analysieren.

Einen wertvollen Beitrag sollen die Geräte für die Tsunami-Forschung liefern. Die Forscher wollen Analysen des Wellenauflaufs und -überlaufs an Küsten- und Hafenanlagen erstellen und Konzepte für die Bemessung von Seedeichen und Kaianlagen weiterentwickeln. Design und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee sollen unter realitätsnahen Seegangs- und Strömungsbelastungen untersucht werden. Außerdem wollen die Forscher Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf Hydrosysteme und Infrastrukturen in Küstenzonen gewinnen, indem Klimawandelszenarien für erosionsgefährdete, sandige Küsten simuliert werden.

Der Einsatz der neuen Forschungsgroßgeräte kommt auch den Studierenden beispielsweise im neuen, deutschlandweit einmaligen Masterstudiengang Wasser-, Umwelt- und Küsteningenieurwesen zugute. "Bauingenieure mit diesem speziellen Profil sind national und international gefragter denn je", so Schlurmann. Er rechnet mit einem künftig deutlich ausgeweiteten Aufgaben- und Einsatzspektrum von Küsteningenieuren. "Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel und der Lebens- und Wirtschaftsraum Küste ändert sich nachhaltig."

Petra Wundenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.niedersachsen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tonmineral bewässert Erdmantel von innen
20.11.2017 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie