Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leibniz stärkt Leipziger Staubforschung

22.01.2015

Die Staubforschung in Leipzig wird weiter ausgebaut. Im Frühjahr 2015 wird das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) eine neue Arbeitsgruppe zur Modellierung und Fernerkundung von Mineralstaub in der Atmosphäre einrichten. Die Gruppe um Dr. Kerstin Schepanski wird vom Leibniz-Wettbewerb der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der Förderlinie „Frauen für wissenschaftliche Leitungspositionen“ über drei Jahre mit knapp einer Million Euro unterstützt werden.

Mineralstaub spielt eine wichtige Rolle im Klimasystem, aber seine zeitlichen und räumlichen Schwankungen sind noch nicht ausreichend erforscht. Dazu wird das Projekt Satellitendaten und numerische Modelle kombinieren, um den Staubkreislauf in der Atmosphäre besser beschreiben zu können.


Wüstenstaub aus Nordafrika hinaus geweht auf den Atlantik in Richtung Kanarische Inseln. Beobachtet von MODIS auf NASA's Terra Satellit am 17. Februar 2004.

Quelle: NASA


Dünenfeld in Nord-Mauritanien, aufgenommen während eines Forschungsfluges mit dem Britischen FAAM BAe146 Forschungsflugzeuges am 9. April 2011 während der Fennec Campagne.

Foto: Kerstin Schepanski/TROPOS

Als Schnittstelle zwischen den Modellen und den Satellitenaufnahmen will die Arbeitsgruppe Meteosat-Staubindex-Bilder aus den Modelldaten berechnen und analysieren. Um die Repräsentativität des Staubzyklus in den Modellen und damit das Verständnis der Variablen zu verbessern, werden Staubemissionsszenarien aufgegriffen und optimiert mit Schwerpunkt auf den anthropogenen und natürlichen Staubquellen.

Die neue Arbeitsgruppe wird aus einer Wissenschaftlerin, zwei DoktorandInnen- und einer Postdoc-Position bestehen. Geleitet wird sie von Dr. Kerstin Schepanski. Sie hat an der Universität zu Kiel Meteorologie studiert und promoviert, dann mehrere Jahre an der School of Earth and Environment der University of Leeds in Großbritannien gearbeitet und ist seit 2013 am TROPOS tätig.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem komplexen Wechselspiel zwischen Mineralstaub und Atmosphäre. Deshalb hat die Modelliererin 2014 erstmals einen "Leipziger Staubtag" ins Leben gerufen, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen ins Gespräch miteinander zu bringen. Dr. Schepanski nahm 2013/14 am Mentoring-Programm der Leibniz-Gemeinschaft teil, das sich an hochqualifizierte Forscherinnen richtet, die eine Führungsposition oder eine Professur anstreben und der Leibniz-Gemeinschaft angehören. Ziel dieses Mentorings ist es, die Chancengleichheit zu fördern und den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen.

Ende 2014 hat der Senatsausschuss Wettbewerb (SAW) insgesamt 28 Projekte bewilligt, darunter auch “Dust at the interface – modeling and remote sensing” vom TROPOS. Der Leibniz-Wettbewerb (vormals SAW-Verfahren) ist das interne Wettbewerbsinstrument der Leibniz-Gemeinschaft. Hier treten die Leibniz-Einrichtungen miteinander in den direkten Wettbewerb um Forschungsmittel. Jede Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft hat die Möglichkeit, pro Jahr einen Antrag einzureichen, der sich auf eine Förderlinie beziehen muss.

Für das Wettbewerbsverfahren können Anträge für eine der Förderlinien „Innovative Vorhaben“, „Nationale und internationale Vernetzung“, „Nachwuchsförderung“, „Frauen für wissenschaftliche Leitungspositionen“ und „Wissensvermittlung und Förderung von Ausgründungen“ gestellt werden. Diese fünf Förderlinien des Leibniz-Wettbewerbs spiegeln die Ziele des Paktes für Forschung und Innovation wider.

Bei Untersuchungen zu Aerosolen, Wolken und deren Auswirkungen auf das Klimasystem der Erde nimmt Leipzig inzwischen weltweit eine herausragende Stellung ein. Bereits 2006 in Marokko und 2008 auf den Kapverden führten die Leipziger Forscher zusammen mit deutschen und internationalen Partnern große Feldkampagnen zur Erforschung dieser Prozesse durch.

Die von TROPOS initiierte und koordinierte DFG-Forschergruppe SAMUM (Saharan Mineral Dust Experiment) war eines der größten Feldexperimente dieser Art weltweit und legte den Grundstein für eine Reihe weiterer erfolgreicher Kooperationen. 2012 haben das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung und die Universität Leipzig mit der Leibniz-Graduiertenschule "Aerosole, Wolken, Strahlung: Mineralstaub" eine gemeinsame Doktorandenausbildung gestartet.
Tilo Arnhold

Weitere Infos:
Dr. Kerstin Schepanski
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Tel. +49-341-2717-7195
http://www.tropos.de/institut/abteilungen/modellierung-atmosphaerischer-prozesse...
oder
Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49-341-2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Links:
Leibniz-Wettbewerb
http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/leibniz-wettbewerb/

Entdecken: Staub im Fokus
http://www.tropos.de/en/discover/gut-zu-wissen/der-groesste-staublieferant-der-e...
Modellierung des Transports von Saharastaub
http://www.tropos.de/institut/abteilungen/modellierung-atmosphaerischer-prozesse...
"Leipziger Staubtag 2014"
http://www.tropos.de/aktuelles/veranstaltungen/leipziger-wuestenstaubtag
Starkregen in der Sahara sorgt für Staub (Pressemitteilung, 03.06.2014)
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/starkregen-in-der-saha...
Neue Graduiertenschule untersucht Wirkung von Mineralstaub in der Atmosphäre (Pressemitteilung, 31.07.2012)
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/neue-graduiertenschule...

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 89 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der WissenschaftsCampi - , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.200 Personen, darunter 8.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Informationen:

http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/leibniz-staerkt-leipzi...

Tilo Arnhold | TROPOS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen
22.08.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen