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Klimawandel macht Wald zum Quecksilberspeicher

09.01.2009
Längere Lagerung durch höhere CO2-Konzentration

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Die steigende Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre führt dazu, dass der Waldboden mehr Quecksilber speichert als bisher. Das ergab ein Experiment an der University of Florida, das den Gehalt des für Mensch und Tier giftigen Schwermetalls in Wäldern untersuchte, deren Umgebung künstlich mit CO2 angereichert wurde. Die Erderwärmung beeinträchtigt den Quecksilbergehalt im Boden und im Grundwasser, schließt die Veröffentlichung der Forschung im Journal Oecologia.


Bis zu 7.500 Tonnen Quecksilber werden weltweit pro Jahr in die Luft ausgestoßen. Die Hälfte davon stammt aus der Natur wie etwa aus Vulkanen, der Rest verursacht der Mensch durch Kohlenkraftwerke, Hüttenwerke und Verbrennungsöfen. Das Quecksilber kommt durch Regen, Bakterien und andere natürlichen Prozesse wieder auf die Erde. In Seen, Flüssen und Ozeanen wird es von der Fischwelt aufgenommen, besonders von Thunfisch, Makrele, Schwertfisch oder Barsche. Über die Nahrungskette gelangt das Gift zum Menschen und schädigt besonders das Nervensystem. Die amerikanische Arzneibehörde FDA empfiehlt daher Risikogruppen wie Kindern oder Schwangeren, sich beim Verzehr der Meeresfische zurückzuhalten.

Der Anteil des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre, der in den letzten zwei Jahrhunderten um 40 Prozent gestiegen ist, wird laut Prognosen weiter zunehmen. Wissenschaftler vermuten, dass höhere CO2-Konzentrationen den Pflanzen- und Baumwuchs fördern, zusätzlich zur Wachstum-anregenden Wirkung des Stickstoffes (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=081027027 ). Beobachtungen der US-Forscher ergaben, dass Bäume in CO2-reicher Umgebung mehr Quecksilber aus der Atmosphäre filtern, in den Blättern ablagern und durch den Blätterstreu den Boden mit dem Schwermetall bereichern. Das wurde bei einer Untersuchung in einem Waldlabor in North Carolinas sichtbar, in dem die freie Luft in seit 1996 laufenden Experimenten zweier Universitäten mit CO2 in der für 2050 prognostizierten Konzentration angereichert wird. Unter den Bäumen wurde eine um 30 Prozent höhere Konzentration des Quecksilbers gemessen. Die höhere Quecksilber-Speicherkapazität des Bodens könnte somit die Abgabe des Quecksilbers in das Grundwasser verzögern, wo es für Tiere und Menschen negative Folgen entwickelt.

Der Geowissenschaftler Johan Varekamp von der Wesleyan University http://www.wesleyan.edu sieht sowohl positive als auch negative Aspekte dieser Ergebnisse. "Quecksilber bleibt in einer CO2-reichen Umgebung länger existent, da es länger im Boden gebunden wird. Politische Strategien zur Verminderung des Quecksilber-Ausstoßes werden somit aber nur sehr zeitverzögert direkte Auswirkungen haben", so Varekamp.

Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.ufl.edu
www.fda.gov

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