Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel: Meeresanstieg um 22 Meter möglich

21.03.2012
Klima- und Meeresdaten des Pliozän sagen Zukunft des Planeten voraus

Der Meeresspiegel des Planeten dürfte um rund 22 Meter steigen - selbst wenn es der Menschheit gelingt, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Diese Prognose, die zwar sicher noch nicht im 21. Jahrhundert, doch im Zeitraum mehrerer Jahrhunderte bis Jahrtausende eintreffen soll, liefern US-amerikanische Geologen um Kenneth G. Miller von der Rutgers University in der Fachzeitschrift "Geology". Laut ihrer Berechnung steigt das Meer "zu 95 Prozent" zwischen zwölf und 32 Meter.


Polares Eis: Schmelze lässt Meere übergehen (Foto: Flicr/ArcticCircle)

Sensible Eismassive

Die Forscher untersuchten Bohrkerne aus Gesteinen und Sedimenten aus Neuseeland sowie vom Eniwetok-Atoll, das zu den Marshall-Inseln im Pazifik gehört. Speziell die Zeitspanne vor 2,7 bis 3,2 Mio. Jahre - das späte Pliozän - interessierte sie: Zu diesem Moment dürfte das CO2-Niveau der Atmosphäre zum letzten Mal auf heutigem Niveau gelegen haben, während die Forscher die Globaltemperatur zwei Grad darüber ansiedeln.

Der ermittelte Meeresanstieg für diese Epoche zeigt laut den Wissenschaftlern, dass die großen Eisvorkommen der Erde extrem sensibel auf Temperaturanstieg reagieren. "Das zusätzliche Wasservolumen kommt durch die Wärmeausdehnung des Wassers sowie die Schmelze von Grönland, der westantarktischen Eismasse und Rändern der Ostantarktis zustande. Dieser Anstieg des Meeresspiegels würde 70 Prozent der Weltbevölkerung betreffen", kommentiert Richard Lane, Programmdirektor für Earth Science bei der National Science Foundation http://www.nsf.gov .

Mehrere Unschärfen

Auf mögliche Unsicherheiten der Erhebung deutet Manfred Mudelsee, CEO des Unternehmens Climate Risk Analysis http://climate-risk-analysis.com . "Zu mehreren Schlüsselkriterien des Pliozäns kann die Wissenschaft noch keine genauen Aussagen machen. Besonders betrifft das den globalen Schnitt der Temperatur sowie den CO2-Gehalt der Atmosphäre. Letzteren kann man zwar durch Eisbohrkerne präzise rekonstruieren, doch sind diese nur bis 800.000 Jahre zurück verfügbar", so der Geophysiker gegenüber pressetext.

Auch in der Frage, inwiefern der Mensch den Anstieg des Meersspiegels beeinflussen kann, gibt sich der Hannoveraner Experte zurückhaltend. Zwar ist erwiesen, dass der Mensch einen bedeutenden Beitrag zur Globalerwärmung leistet und diese durch entsprechendes Gegenlenken auch verzögert werden kann. In welchem Ausmaß dies zutrifft, ist jedoch weiterhin Gegenstand der weltweiten Klimaforschung. Laut heutigen Klimamodellen wird der Meeresspiegel bis 2100 um 80 Zentimeter bis höchstens einen Meter steigen.

Abstract der Originalstudie: http://bit.ly/GB1KHE

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.rutgers.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Good vibrations feel the force

23.02.2018 | Physik Astronomie

Empa zeigt «Tankstelle der Zukunft»

23.02.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics