Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimastationsnetz der Uni Graz ist NASA-Partner, um Satelliten-Niederschlagsmessungen zu verbessern

10.08.2015

Das WegenerNet ist ein international einzigartiges Klimastationsnetz des Wegener Center der Universität Graz. Im Raum Feldbach in der Südoststeiermark sammeln seit 2007 über 150 Messstationen, die nur ein bis zwei Kilometer voneinander entfernt sind, alle fünf Minuten Daten zu Temperatur, Niederschlag und weiteren wichtigen Klimagrößen. Ergänzend misst seit 2010 ein alpines Stationsnetz im Johnsbachgebiet im Ennstal. Die hohe räumliche und zeitliche Dichte der Aufzeichnungen ist weltweit einmalig. Aus diesem Grund wurde das WegenerNet-Team nun Mitglied des „Precipitation Measurement Missions (PMM) Science Teams“ der amerikanischen Raumfahrtbehörde.

PMM bezeichnet als Abkürzung das Kollektiv aller Satelliten zur globalen Niederschlagsmessung. 2014 hat die NASA die „Global Precipitation Mission (GPM)“ gestartet. Dieser Satellit ist der erste, der mittels Radar die Niederschläge nicht nur über den Tropen, sondern auch in den Mittleren Breiten und damit unter anderem in Europa misst. Um Fehler bei den Radarbeobachtungen korrigieren zu können, muss das System anhand von genauen Referenzmessungen geeicht werden. Dazu sollen nun die Satelliten-Daten mit jenen des WegenerNet abgeglichen werden.


Der 2014 gestartete Global Precipitation Mission (GPM)-Satellit mit neuem Niederschlagsradar ist Kern der Precipitation Measurement Missions (PMM).

NASA 2015


Das WegenerNet in der Feldbachregion/Südoststeiermark ist ein dichtes Netz von mehr als 150 Stationen für die Wetter- und Klimaforschung.

Uni Graz/Wegener Center 2014

„Unsere Klimastationsnetze in der Feldbachregion und im Johnsbachtal eignen sich optimal zur Überprüfung und Aneichung der Satellitenradardaten, die eine räumliche Auflösung von etwa drei mal drei Kilometer haben“, betont Univ.-Prof. Dr. Gottfried Kirchengast, Initiator und Leiter des WegenerNet sowie des Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz.

„Nur das WegenerNet liefert langfristig gute Boden-Daten in einem so engen Raster.“ Assoz. Prof. Dr. Ulrich Foelsche vom Institut für Physik, Sprecher des Grazer PMM-Partnerteams, unterstreicht ergänzend die Bedeutung der Kooperation: „Niederschlagsdaten spielen eine sehr wichtige Rolle, um den Klimawandel und Wetterextreme besser zu verstehen. Durch unsere Kooperation mit der NASA können wir wesentlich dazu beitragen, die Qualität dieser Daten aus Radarmessungen weltweit zu verbessern.“

Dass die Aufzeichnungen des WegenerNet ideal zur Überprüfung und Kalibrierung von Radarmessungen genutzt werden können, zeigte sich bereits in einem gemeinsamen Projekt mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die in Österreich für mehrere Boden-Radarstationen Niederschlagsfelder berechnet. In einer kürzlich erschienenen Publikation im renommierten Fachjournal „Hydrology and Earth System Sciences“ untersuchten die Grazer ForscherInnen die Qualität der Radardaten mit Hilfe des WegenerNet. Sie fanden heraus, dass bei diesen Messungen Regenmengen teilweise stark unterschätzt werden. Dank der Studie lassen sich die Ergebnisse in Zukunft entsprechend verbessern.

Die WegenerNet-Arbeiten werden vom Land Steiermark, der Stadt Graz und dem Wissenschaftsfonds FWF gefördert und sind im Forschungsschwerpunkt „Umwelt und Globaler Wandel“ der Universität Graz verankert.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Kirchengast
Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz
Tel.: +43 (0)316/380-8431
E-Mail: gottfried.kirchengast@uni-graz.at

Weitere Informationen:

http://www.wegcenter.at/wegenernet WegenerNet
http://pmm.nasa.gov NASA PMM
http://www.hydrol-earth-syst-sci.net/19/1547/2015 Publikation in Hydrology and Earth System Sciences

Mag. Gudrun Pichler | Karl-Franzens-Universität Graz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen