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Klimakarten der Universität Wien zeigen niederschlagsfreien November

01.12.2011
Im November 2011 gab es praktisch in ganz Österreich keinen messbaren Niederschlag, ein Umstand der seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen vor rund 150 Jahren einmalig ist.

Interessant ist, dass neben Österreich auch Süddeutschland und die meisten anderen mittel- und südosteuropäischen Länder niederschlagsfrei geblieben sind. Das Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien hat dazu den Bildbeweis. Mit der Analysesoftware VERA produzieren die WissenschafterInnen seit kurzem neben den aktuellen Wetterkarten auch Klimakarten, auf denen Mittelwerte bzw. Summen von Wetterdaten erstellt werden können.


Die Klimakarte zeigt für November 2011 ein in weiten Teilen völlig niederschlagsfreies Österreich. Karte: Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Wien


Auch in Süddeutschland sowie in den meisten mittel- und südosteuropäischen Ländern hat es im November kaum geregnet. Karte: Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Wien

Reinhold Steinacker, Professor am Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien und sein Mitarbeiter Dieter Mayer präsentieren zwei Karten – eine für Europa und eine für den Alpenraum – mit den Niederschlagssummen von 1. bis 30. November 2011 und erklären dazu: "Auf beiden Karten sind die Niederschlagssummen in Millimeter, d.h. Liter pro Quadratmeter, über Europa in unterschiedlicher Farbabstufung dargestellt (siehe rechte Skala). Diese Verteilung wurde aus der Summenbildung aller 120 sechsstündigen Echtzeit-Einzelanalysen im November 2011 von frei verfügbaren Beobachtungsdaten der Wetterdienste erzeugt."

Trocken in Österreich, Süddeutschland sowie Mittel- und Südosteuropa

Auffallend ist der große Bereich über Mittel- bis Südosteuropa, in dem im ganzen Monat November kaum oder überhaupt kein messbarer Niederschlag gefallen ist. Dies stellt an vielen Orten Österreichs, Süddeutschlands, Polens, Tschechiens, der Slowakei, Ungarns, Rumäniens und Bulgariens seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 150 Jahren einen neuen Negativ-Rekord dar.

Viel Regen im Piemont, an der Riviera und Südfrankreich

Im Gegensatz zu den extremen Trockenbereichen fiel dagegen im Mittelmeer zum Teil erheblich mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Dies hatte Überschwemmungen Anfang November im Piemont, an der italienischen Riviera oder in Südfrankreich zur Folge.

Ursachen für den trockenen November

Die ungewöhnliche Niederschlagsverteilung wurde durch ein langlebiges stationäres Hoch über Mitteleuropa erzeugt, das die atlantischen Niederschlagssysteme entweder über Nordeuropa oder über das Mittelmeer ablenkte. Da sich dieses Hoch nunmehr zurückgezogen hat, gelangen in den nächsten Tagen wieder Fronten mit Niederschlägen zu den Alpen und werden die bisher fehlende Schneebedeckung zumindest in den höheren Lagen rasch herstellen. Nach dem niederschlagsfreien November kann der Dezember somit durchaus wieder den langjährigen Niederschlagswerten entsprechen oder diese sogar übertreffen. Ob wir heuer weiße Weihnachten haben werden, ist derzeit aber noch nicht vorhersagbar.

Karte der Niederschlagssummen im November 2011 über dem Alpenraum

Auf der Alpenraum-Karte lassen sich zusätzlich Österreich spezifische Details herauslesen, so z.B. dass es lediglich im südlichen Osttirol und in Westkärnten Niederschläge gab. Die geringfügigen Niederschläge in den anderen Teilen Österreichs stammen meist vom Nieselregen aus dem lang anhaltenden Hochnebel.

Wissenschaftlicher Kontakt
O. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Steinacker
Institut für Meteorologie und Geophysik
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA II)
T +43-1-4277-537 30
M +43-664-602 77-537 30
reinhold.steinacker@univie.ac.at
Rückfragehinweis
Mag. Veronika Schallhart
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 30
M +43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at

Veronika Schallhart | Universität Wien
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at

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