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Kartierung erdbebengefährdeter Gebiete

15.12.2010
Wie kann man die Bevölkerung bei Erdbeben schützen?

Eine Möglichkeit ist die Erstellung einer Kartographie der Erdoberfläche erdbebengefährdeter Gebiete.

Dies war die gemeinsame Aufgabe des Projektteams "Magique-3D"[1] des INRIA [2] und des Labors für angewandte Mathematik der Universität Pau und der Adour-Region (UPPA - Université de Pau et des Pays de l'Adour).

Ziel ist ein besseres Verständnis der geophysikalischen Phänomene mit Hilfe der 3D-Simulation.

Die am häufigsten angewandte Methode der Darstellung der Erdoberfläche besteht in der Erzeugung echter Mikro-Erdbeben, die anschließend analysiert werden. Die Explosionen verursachen seismische Wellen, die sich im Erdboden ausbreiten. Durch die Art der Ausbreitung der Wellen können Rückschlüsse auf die physikalischen Eigenschaften der Erdoberfläche gezogen werden. Die erhaltenen Messwerte werden danach mit mathematischen Methoden (basierend auf der Auflösung der Wellengleichungen) kombiniert, um das Erdbeben als Modell darzustellen.

Gemeinsam mit amerikanischen Forschern der Universität Princeton entwickelten die Forscher von "Magique 3D" eine spezielle Software - "SPECFEM-3D". Diese ermöglicht beispielsweise die Simulation von Nachbeben, wodurch gefährliche Gebiete lokalisiert werden können. "SPECFEM-3D" wurde bereits während des Aquila-Erdbebens am 6. April 2009 erfolgreich in Italien getestet. Es wurde auch genutzt, um das Erdbeben zu simulieren, dass der Tsunami in Dezember 2004 in Sumatra (Indonesien) verursacht hatte.

Die in der Kartographie der Erdoberfläche entwickelten Methoden werden auch in der Brennstoffindustrie angewandt. Sie ermöglichen das Aufspüren von Kohlenwasserstoffen noch vor Beginn der Bohrungen. Auch in der Gesundheitsforschung werden Lösungen entwickelt, um zum Beispiel die Knochendichte zu berechnen, und so Knochenschwund zu verhindern.

Im Rahmen der jährlich stattfindenden "Fête de la Science" und der Messe "Supercomputing" wurde der Film "Sonder l'invisible" (das Unsichtbare erforschen) über die wissenschaftliche Arbeit des INRIA ausgestrahlt. Sie können sich den Film unter dem folgenden Link auf Französisch ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=2FiSSHqSmOQ&feature=player_embedded

[1] "Magique-3D" ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Industrie (Total) und der öffentlichen Forschung (INRIA, CNRS[3]).

[2] INRIA - französische Forschungsinstitut für Informatik und Automatik

[3] CNRS - französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

Quelle: "Cartographier les zones à risque sismique", Pressemitteilung des INRIA - 07.12.2010 http://www.inria.fr/centres-de-recherche-inria/bordeaux-sud-ouest/actualites/cartographier-les-zones-arisque- sismique

Redakteur: Philippe Rault, philippe.rault@diplomatie.gouv.fr

Philippe Rault | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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