Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT auf dem Meeresgrund - Tiefseeroboter "Wally" revolutioniert Meeresforschung

16.06.2010
Bislang konnten Tiefseeroboter Meeresforschung nur von kostenintensiven Forschungsschiffen aus betreiben. Der über das Internet steuerbare Tiefseecrawler "Wally" eröffnet jetzt völlig neue Perspektiven, schreibt das iX-Magazin [2] in der Juli-Ausgabe.

Drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch bislang reicht das Wissen über die Meere nur bis zu einer Tiefe von hundert Metern. Zu langsame Rechner, unzureichende Software- und Analysetools sowie zu geringe Speicherkapazität erschwerten die Tiefseeforschung.

Um eine großflächige, durchgängige Beobachtung über Jahre hinweg bemüht sich jetzt Tiefseeroboter Wally, der aufgrund seines Aussehens und seiner Sammelleidenschaft nach der Disney-Figur Wall-E benannt wurde. Der 275 kg schwere Crawler bewegt sich auf dem Meeresgrund mit zwei Kettenlaufwerken. Damit kann er sich vorwärts, rückwärts und im Kreis bewegen. Ausgerüstet mit Sensoren, Scheinwerfern und einer HD-Videokamera, die die Umgebung im Winkel von 360 Grad erfasst, soll Wally zahlreiche Daten sammeln. Anschließend werden die Informationen über Temperatur, Druck, Strömung, Salzgehalt, Methankonzentration und Trübungsgrad übers Internet an das kanadische Forschungsinstitut an der University of Victoria und den Rest der Welt geschickt.

Nach Kanada gehen die Informationen, weil Wally zum kanadischen Forschungsprojekts NEPTUNE (North-East Pacific Time-series Undersea Networked Experiments) gehört, das bereits 2007 auf der Juan-de-Fuca-Platte - der kleinsten der zwölf tektonischen Platten - ein großflächiges Meeresobservatorium einrichtet. Das besteht aus einem permanenten Netz an Sensoren und Messgeräten, die kontinuierlich über 25 Jahre ozeanografische Daten liefern sollen. Den Anfang machten 800 km Kabelstränge, in denen sich Strom- und Datenleitungen befinden. Sie verbinden inzwischen 220 unterseeische Messinstrumente und 11 stationäre Messplattformen in Tiefen zwischen 17 und 2660 Meter mit der Außenwelt. Acht Sensoren sind direkt auf Wally installiert, weitere auf einem - vertikal beweglichen - Vertical Profiler System.

"So wie das globale engmaschige Netz von Wetterstationen die Meteorologie grundlegend verändert hat, will das neue Informationsnetz der Meeresdatenerfassung die Ozeanografie revolutionieren", sagt iX-Redakteurin Susanne Nolte.

Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 7/2010 steht zum Download [3] bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Sylke Wilde
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-290
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
sylke.wilde@heise-medien.de [4]
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.heise-medien.de/presseinfo/bilder/ix/10/ix072010.jpg
[2] http://www.ix.de
[3] http://www.heise-medien.de/presseinfo/bilder/ix/10/ix072010.jpg
[4] mailto:sylke.wilde@heise-medien.de

Sylke Wilde | Heise Medien Gruppe
Weitere Informationen:
http://www.heise-medien.de/presseinfo

Weitere Berichte zu: Meeresforschung Meeresgrund Sensor Tiefseeroboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?
14.11.2017 | Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte