Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IOW forscht im Schwarzen Meer

19.11.2013
Seine 33. Reise führt das Forschungsschiff MARIA S. MERIAN in das Schwarze Meer.

Hier im größten sauerstofffreien Becken der Welt wollen die IOW-WissenschaftlerInnen herausfinden, wie sich mikrobielles Leben und Chemie im Schwarzen Meer durch Klimaschwankungen aktuell verändern und in der Vergangenheit verändert haben.

In vielerlei Hinsicht ähnelt das Schwarze Meer der Ostsee. Unterhalb einer Tiefe von etwa 120 Metern herrschen hier im Wasser sauerstofffreie Verhältnisse und es tritt der für höhere Lebensformen giftige Schwefelwasserstoff auf – ähnliche „Todeszonen“ gibt es auch in den tiefen Becken der zentralen Ostsee.

In einem schmalen Übergangsbereich zwischen diesem sauerstofffreien Tiefenwasser und dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser, die ForscherInnen nennen ihn Redoxkline, leben in beiden Meeren Bakteriengemeinschaften, die unter anderem das aus der Tiefe aufsteigende Wasser entgiften.

Unter Leitung von Helge Arz, Sektionsleiter Marine Geologie am IOW, ist derzeit ein Team von WissenschaftlerInnen an Bord der MARIA S. MERIAN im Schwarzen Meer unterwegs, um die für das ganze Ökosystem entscheidenden Prozesse an der Redoxkline genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei gehen sie vor allem der Frage nach, wie Klimaveränderungen die Funktion eines solchen Systems nachhaltig verändern können.

Um sich ein vollständiges Bild über die Vorgänge an der Redoxkline zu verschaffen, setzen die WissenschaftlerInnen ein breites Spektrum von Geräten ein. Wasserproben in der Tiefe werden mit einem CTD-Wasserschöpfer genommen und die darin enthaltenen Stoffe und Mikroorganismen in den Bordlaboren untersucht. Mithilfe von Sedimentfallen können die WissenschaftlerInnen herausfinden, wie viele und welche Partikel von der Oberfläche in die Tiefe herabsinken. Und Sedimentkerne, die mit sogenannten Multicorern und Schwereloten am Meeresboden „gezogen“ und im Labor unter die Lupe genommen werden, öffnen den Forschern die Klimaarchive des Schwarzen Meeres: So finden sie heraus, wie sich Schlüsselprozesse an der Redoxkline in der Vergangenheit entwickelt haben.

Nach der Auswertung aller Ergebnisse entsteht schließlich ein umfassendes Bild. Die WissenschaftlerInnen werden dann noch genauer wissen, wie die Redoxkline die Stoffkreisläufe des heutigen Schwarzen Meeres beeinflusst und wie sie in der Vergangenheit auf äußere Umweltveränderungen reagiert hat. Weil über die großen Flüsse Donau, Dnepr und Don seit Tausenden von Jahren Partikel in das Schwarze Meer geschwemmt werden, die wie in einer großen Falle auf den Meeresboden absedimentieren, können die WissenschaftlerInnen nicht nur die Veränderungen im Schwarzen Meer, sondern auch die Klimaschwankungen in seinem riesigen Wassereinzugsgebiet weit zurück in die Vergangenheit rekonstruieren.

Mit diesem Wissen über Gegenwart und Vergangenheit werden noch genauere Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Schwarzen Meeres und vergleichbarer Ökosysteme wie der Ostsee möglich.

Die Wochenberichte zur Expedition der MARIA S. MERIAN ins Schwarze Meer finden Sie unter: http://www.io-warnemuende.de/mit-uns-auf-see.html

Kontakt:

Dr. Barbara Hentzsch, Öffentlichkeitsarbeit, IOW
(Tel.: 0381 / 5197 102, Email: barbara.hentzsch@io-warnemuende.de)
Nils Ehrenberg, Öffentlichkeitsarbeit, IOW
(Tel.: 0381 / 5197 106, Email: nils.ehrenberg@io-warnemuende.de)
Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 16.800 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 7.800 WissenschaftlerInnen, davon wiederum 3.300 NachwuchswissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,4 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 330 Mio. Euro pro Jahr.

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Berichte zu: IOW Klimaschwankung MARIA S. MERIAN MERIAN Meeresboden Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Auf der Suche nach Hochtechnologiemetallen in Norddeutschland
26.06.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie