Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Antarktis-Bericht

01.12.2009
Erster umfassender Bericht über den Klimawandel und die Umwelt in der Antarktis

Der erste umfassende Bericht über den Stand des Klimas in der Antarktis und seine Beziehung zum globalen Klimasystem wird in der nächsten Woche (1. Dezember) vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research - SCAR) in London veröffentlicht.

Der Bericht "Antarctic Climate Change and the Environment" präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse vom eisigen Kontinent. Er zeigt Bereiche für die zukünftige wissenschaftliche Forschung auf und befasst sich mit dringenden Fragen, die politische Entscheidungsträger zur Eisschmelze in der Antarktis, zum Anstieg des Meeresspiegels und zur biologischen Vielfalt haben.

Der Bericht fasst die neuesten Erkenntnisse von mehr als 100 weltweit führenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus 13 Ländern zusammen. Er konzentriert sich auf die Auswirkungen und Folgen der raschen Erwärmung der antarktischen Halbinsel und Gebieten des Südlichen Ozeans, den schnellen Eisrückgang in Teilen der Antarktis und die Zunahme von Meereis um den Kontinent, die Auswirkungen des Klimawandels auf die antarktische Pflanzen- und Tierwelt, den so noch nie da gewesenen Anstieg des Kohlendioxidgehalts, den Zusammenhang zwischen vom Menschen verursachten globalen Veränderungen und natürlicher Variabilität und die außergewöhnliche Feststellung, dass das Ozonloch einen Großteil der Antarktis vor der globalen Erwärmung geschützt hat.

Dr. Colin Summerhayes, Geschäftsführender Direktor von SCAR, sagte: "Die Antarktis ist eine einzigartige Informationsquelle über unseren Planeten. Dieser Bericht beschreibt, was wir heute wissen, und illustriert, wie menschliche Aktivität den raschen Klimawandel vorantreibt. Durch die Integration multidisziplinärer Aussagen in einem Bericht helfen wir Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern zu verstehen, welche Umweltveränderungen auf natürliche Kreisläufe der Erde zurückzuführen und welche vom Menschen induziert sind. Die Arbeit ist besonders wichtig, weil sie den Klimawandel in der Antarktis in einen globalen Zusammenhang stellt und die Auswirkungen auf den Rest des Planeten zeigt."

Professor John Turner vom British Antarctic Survey, leitender Redakteur des Berichts: "Für mich ist das Erstaunlichste der Nachweis, dass ein menschlicher Umwelteinfluss - das Ozonloch - den Großteil der Antarktis vor der globalen Erwärmung geschützt hat. Das Verständnis solch komplexer Zusammenhänge ist eine Herausforderung für die Wissenschaft - und diese in sinnvoller Weise für die Gesellschaft und die Politik zu kommunizieren, ist von wesentlicher Bedeutung. Es besteht kein Zweifel, dass unsere Welt sich verändert und menschliche Aktivitäten die globalen Veränderungen beschleunigen. Dieser Bericht ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass die aktuellsten und besten wissenschaftlichen Aussagen gebündelt verfügbar sind. Er stellt die Grundlage für die zukünftige Antarktis-Forschung dar und liefert das Wissen, dass wir uns alle darauf einstellen müssen, mit Umweltveränderungen leben zu müssen."

Eine Zusammenfassung des Berichts in zehn wichtigen Punkten:

1. Das Ozonloch hat den Großteil der Antarktis in den letzten 30 Jahren vor der globalen Erwärmung geschützt.

2. Die Erwärmung des Südlichen Ozeans führt zu Änderungen im antarktischen Ökosystem.

3. Rasche Zunahme der Pflanzengesellschaften auf der antarktischen Halbinsel

4. Schneller Eisverlust in Teilen der Antarktis
5. Zehnprozentige Zunahme des Meereises rund um die Antarktis
6. Steigerung der Kohlendioxidgehalte so schnell wie noch nie seit 800.000 Jahren

7. Rückgang des Meereises westlich der antarktischen Halbinsel beeinflusst unmittelbar Krillvorkommen und Pinguinkolonien.

8. Die Antarktis könnte sich im Laufe dieses Jahrhunderts um etwa 3 ° C erwärmen.

9. Verluste am Westantarktischen Eisschild könnten den Meeresspiegelanstieg beschleunigen.

10. Verbesserte Modellierung der polaren Prozesse ist für genauere Vorhersagen erforderlich.

Der Wissenschaftliche Ausschuss für Antarktisforschung (SCAR) befasst sich mit der internationalen Koordinierung der wissenschaftlichen Forschung in der Antarktis und im Südlichen Ozean. Es ist ein interdisziplinäres Komitee des International Council for Science (ICSU) und hat heute 35 Mitgliedsländer. 12 Mitgliedstaaten gründeten ihn im Jahr 1958 nach gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957. SCAR spielte eine führende Rolle in dem kürzlich abgeschlossenen Internationalen Polarjahr (2007 - 2008).

Aus Deutschland haben Dr. Julian Gutt und Dr. Eberhard Fahrbach vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven federführend und viele Kollegen mit Fachbeiträgen an dem Bericht mitgearbeitet.

Der Bericht stellt Informationen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (z.B. Meteorologie, Glaziologie, Ozeanografie und Biologie) und über verschiedene Aspekte des globalen Klimasystems zusammen. Die wichtigsten Ergebnisse sind in 85 Punkten aufgeführt, die Sie hier finden können: http://www.antarctica.ac.uk/met/SCAR_ssg_ps/ACCE.htm

Herausgeber des Berichts "Antarctic Climate Change and the Environment":
Dr. Colin Summerhayes, Executive Director SCAR, Scott Polar Research Institute.
Tel: 44 (0) 1223 336542, E-Mail: cps32@cam.ac.uk
Prof. John Turner, British Antarctic Survey. Tel: 44 (0) 1223 221485, E-Mail jtu@bas.ac.uk
Dr. Peter Convey, British Antarctic Survey. Tel: 44 (0) 1223 221588, E-Mail pcon@bas.ac.uk
Dr. Dominic Hodgson, British Antarctic Survey. Tel: 44 (0) 1223 221635, E-Mail daho@bas.ac.uk
Dr. Robert Bindschadler, Chief Scientist, Hydrospheric und Biospheric Sciences Laboratory, NASA Goddard Space Flight
Dr. Julian Gutt, Alfred-Wegener-Institut, Deutschland. Tel: 49 (0) 471 483 1333, E-Mail Julian.Gutt @ awi.de
Dr. Eberhard Fahrbach, Alfred-Wegener-Institut, Deutschland. Tel: 49 (471) 4831-1820, E-Mail Eberhard.Fahrbach @ awi.de
Prof. Guido di Prisco, Institut für Biochemie Protein, Italien. Tel: 39 (0) 81 6132 710, E-Mail: g.diprisco @ ibp.cnr.it

Prof. Paul Mayewski, Climate Change Institute, University of Maine, USA. Tel: 1-207-581-3019, E-Mail: paul.mayewski @ maine.edu

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi.de
http://www.antarctica.ac.uk/met/SCAR_ssg_ps/ACCE.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics