Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Hydrothermalquellen im Atlantik werden im Rahmen der Forschungsexpedition MoMARSAT 2010 ein Jahr lang beobachtet

07.10.2010
Vom 1. bis zum 16. Oktober 2010 findet die gemeinsam vom Ifremer [1] und dem IPG-P [2]- CNRS[3]/INSU organisierte Expedition zur Erforschung der Tiefsee auf dem Mittelatlantischen Rücken entlang der Azoren statt.

Das Ziel dieser an Bord des Forschungsschiffes "Pourquoi pas?" unternommenen Expedition besteht darin, autonome Messgeräte gezielt am Meeresboden abzusetzen, um die aktiven hydrothermalen Prozesse des Lucky Strike Feldes fortlaufend beobachten zu können.

Es handelt sich hierbei um eine neue Form der Forschung auf hoher See. Die in 1700 Meter Tiefe gewonnenen Daten werden an eine Boje an der Oberfläche weitergegeben. Diese überträgt die Daten via Satellit an die Forschungszentren, was einer Entfernung von mehreren Tausend Kilometern entspricht. Nach Aussetzen der Messgeräte können die Forscher lückenlos die Temperaturschwankungen, die Veränderungen der physikalisch-chemischen Bedingungen sowie die seismischen Aktivitäten der Region beobachten und die ungewöhnliche Fauna der aktiven Hydrothermalquellen untersuchen. Die Messgeräte sind ein Jahr lang in Betrieb und werden im Sommer 2011 wieder eingesammelt.

Die Expedition MoMARSAT ist Teil des MoMAR [4] Projektes, das zum Europäischen Programm ESONET[5] gehört. ESONET zielt auf die Errichtung eines Netzes von Beobachtungsstationen in der Tiefsee ab. Mehrere Einrichtungen sind an diesem Projekt beteiligt: Die Universität der Azoren, die Universität Lissabon, das NOC [6], die Universität Bremen, das CNRS/INSU mit dem IUEM/UBO[7], das OMP-LMPG [8] und die UPMC/LOCEAN [9]. Die Ziele des Programms sind: Die Beobachtung der natürlichen Dynamik der Meeresökosysteme in Echtzeit und die Untersuchung der Faktoren, die einen Einfluss auf die Veränderungen in der Umgebung und der Fauna haben.

Die vier Hydrothermalfelder, die sich auf dem Mittelatlantischen Rücken in der Nähe der Azoren befinden und verschiedene Besonderheiten aufweisen, werden bereits seit vielen Jahren von französischen und internationalen Forschern untersucht. Das in den 90er Jahren entdeckte Lucky Strike Hydrothermalfeld war bereits vielfach Ziel ozeanographischer Expeditionen.

[1] INSERM: Französisches Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere

[2] IPG-P: Institut für Geophysik in Paris

[3] CNRS: französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

[4] MoMAR für "Monitoring the Mid-Atlantic Ridge"

[5] Das Spitzenforschungsnetz ESONET (European Seafloor Observatory Network): www.esonet-emso.org/

[6] National Oceanography Centre, Southampton

[7] Europäisches Hochschulinstitut für Meeresforschung/ Universität der Westbretagne /CNRS-INSU

[8] Midi-Pyrénées Observatorium / Labor zur Untersuchung von Transfermechanismen in der Geologie /CNRS-INSU

[9] Universität Pierre und Marie Curie / Laboratorium für Ozeanographie und Klima: digitale Versuche und Ansätze/CNRS-INSU

Weitere Informationen zur MoMARSAT Expedition 2010 unter: http://www.ifremer.fr/momarsat2010/

Quelle:

- Pressemitteilung des CNRS - 24.09.2010 http://www.insu.cnrs.fr/a3596,campagne-momarsat-2010-sources-hydrothermales-atlantique-sousobservation- pendant-toute-annee.html

Redakteurin: Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr

Myrina Meunier | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einblicke unter die Oberfläche des Mars
21.07.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Tauender Permafrost setzt altes Treibhausgas frei
19.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten