Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochgebirge im Wandel: Gletscher(forschung) hautnah im Nationalpark Hohe Tauern

01.07.2013
Gletscher sind dynamisch - und ihre Aktivitäten werden im Nationalpark Hohe Tauern genauestens beobachtet, dokumentiert und analysiert.

Dabei wird der aktuelle Rückgang der gewaltigen Eismassen von international renommierten WissenschafterInnen akribisch erfasst und zur Vorhersage weiterer Entwicklungen genutzt.

Ebenso analysieren sie gefundene botanische Zeitzeugen aus dem ewigen Eis. Jetzt werden die WissenschafterInnen dabei von einer Gruppe (inter)nationaler WissenschaftsjournalistInnen begleitet, die selbst Gletscher vermessen und Klimageschichte rekonstruieren.

Der Naturraum rund um Gletscher verändert sich stetig. Dabei spielt die Zu- oder Abnahme der Eismassen eine wesentliche Rolle. Das Erfassen dieser Dynamik ist hoch komplex. Damit beschäftigen sich die WissenschafterInnen im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark Mitteleuropas. Die beobachtete Abnahme des Gletschereises bietet ihnen dabei auch unerwartet Möglichkeiten: Freigelegte Fundstücke geben Einblick in historische Klimazustände, und "rückeroberte" Landflächen bieten einmalige Chancen für den Naturschutz. Einer ausgesuchten Gruppe internationaler JournalistInnen geben die ExpertInnen nun Einblick in ihre Arbeiten.

Tatsächlich ist die Forschung - neben dem Naturraummanagement und der Bildung & BesucherInneninformation - seit Jahrzehnten einer der drei zentralen Aufgabenbereiche des Nationalparks Hohe Tauern. Im Rahmen einer Pressereise begleiten nun aktuell 14 FachjournalistInnen die WissenschafterInnen des Nationalparks Hohe Tauern - unter dem Motto "Hochgebirge im Wandel: Gletscher(forschung) hautnah im Nationalpark Hohe Tauern". Dazu Dipl.-Ing. Wolfgang Urban, Direktor Nationalpark Hohe Tauern Salzburg und derzeitiger Direktoriumsvorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern: "Gleichzeitig mit dem Abschmelzen der Gletscher werfen sich eine Vielzahl an Fragen auf, zu deren Beantwortung der Nationalpark Hohe Tauern einen international anerkannten Beitrag leistet. In teilweise europaweit einzigartigen Projekten beobachten wir nicht nur das Ausmaß des Rückgangs, sondern untersuchen auch, wie sich die Natur auf die sich verändernden Umstände einstellt."

Nicht zuletzt durch die im Nationalpark durchgeführten Arbeiten zählen die österreichischen Gletscher zu den weltweit am besten beobachtetsten. So werden am Gletscher verschiedenste Parameter der Gletscherentwicklung gemessen: Jährlich wird die Entwicklung der Gletscherlänge verfolgt, sowie Änderungen der Massebilanz - d. h. des im Eis gespeicherten Wassers - und Flächenänderungen erhoben. Die durch die Messungen gewonnenen Daten werden aber nicht nur gesammelt, sondern bieten die Grundlage, um das Verhalten der Gletscher nachvollziehen und auch prognostizieren zu können. So werden mithilfe dieser Daten von den WissenschafterInnen Computermodelle entwickelt und getestet, die helfen sollen, die Gletscherschmelze besser zu verstehen und so einen essenziellen Beitrag zur Gletscherforschung weltweit leisten.

Bei der Erforschung der abschmelzenden Gletscher beschäftigen sich die ExpertInnen des Nationalparks aber nicht nur mit dem Eis selbst. Durch den Rückzug des Eises werden Holz- und Torffragmente freigegeben. Mittels dendrochronologischer Analysen, physikalischer Datierungsmethoden und Pollenanalysen können Rückschlüsse auf die Vegetation von vor der Vereisung gezogen werden - und so auch Aspekte der Klimaentwicklung bis vor rund 10.500 Jahren rekonstruiert werden. Die dadurch gewonnenen Informationen sind Teil der bewegten Geschichte der Gletscher. Mit zunehmender Schmelze werden die Fundstücke - und so die Informationen - immer zahlreicher werden und die Basis für weiterführende Untersuchungen bilden.

Einhergehend mit der Freigabe spannender Fundstücke wird aber auch Land freigelegt, das über Jahrtausende vom Eis versiegelt war. Das Ergebnis: Flächen, die großteils frei von anthropogener Veränderung sind - Wildnis in ihrer ursprünglichsten Dynamik und Form. Diesen chancenreichen Lebensraum in seiner Ursprünglichkeit zu bewahren, hat sich der Nationalpark durch die Ausweisung eines einzigartigen Wildnisgebiets zum Ziel gesetzt. Das international anerkannte Projekt soll auf einer Fläche von 10.000 ha eine primäre Wildnis und die ihr eigenen Prozesse in vollkommener Ursprünglichkeit ermöglichen und zeigt, dass auch am Rande des ewigen Eises Innovationen möglich sind. Dieses außergewöhnliche Gebiet dürfen die nun ausgewählten JournalistInnen als ErstbesucherInnen erkunden.

Über den Nationalpark Hohe Tauern (Stand Juli 2013):
Mit einer Fläche von 1.856 qkm stellt der 1981 gegründete Nationalpark Hohe Tauern das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Mitteleuropas dar. Er beheimatet 10.000 Tier- und 1.800 Pflanzenarten und verfügt mit dem Großglockner (3.798 m) über die höchste Erhebung Österreichs. Neben seiner Funktion als Erholungsgebiet von Mensch und Natur betreibt der Nationalpark Hohe Tauern Projekte, welche auch Klimaforschung berücksichtigen. Wichtige derzeit laufende Projekte befassen sich mit der Gletschermassenbilanz, dem Gewässermonitoring und der Überwachung des Permafrosts.
Kontakt Nationalpark Hohe Tauern:
Mag. Helene Mattersberger
Öffentlichkeitsarbeit
Kirchplatz 2
9971 Matrei in Osttirol
T +43 (0) 4875 / 5112 - 23
M +43 (0) 664 / 25 16 166
E h.mattersberger@hohetauern.at
W http://www.hohetauern.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 (0) 1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Judith Sandberger | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.hohetauern.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

IWOLIA: A conference bringing together German Industrie 4.0 and French Industrie du Futur

09.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics