Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HALO: Höher, weiter, schneller, genauer

20.08.2012
Forschungsflugzeug HALO an die Wissenschaft übergeben

Am 20. August übergab Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan ein weltweit einzigartigesForschungsflugzeug an die Wissenschaft. Die feierliche Übergabe von HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) an die Wissenschaft fand im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Oberpfaffenhofen statt. Neben ihrer Instrumentierung als Umwelt- und Atmosphärenforschungsflugzeug wird die Maschine auch als geophysikalisch-geodätisches Flugobservatorium eingesetzt.


HALO beim Start zur GeoHALO-Mission.
© Ch. Förste, GFZ

„Mit HALO können wir großflächige Messungen vornehmen, welche die Lücke zwischen Satellitenmessungen und Beobachtungen am Boden schließen können“, erklärte Professor Reinhard Hüttl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ. „Insbesondere die Erfassung des Erdschwerefeldes und des Erdmagnetfeldes wird damit vollständiger und präziser.“

Ein Beispiel dafür ist die Eisbedeckung der Antarktis. Eine klimabedingte Zu- oder Abnahme der Eismassen äußert sich in einer Änderung der Anziehungskraft vor Ort. Im Vergleich zu Satellitenmessungen kann HALO hier flächendeckend und mit zehnfacher Verbesserung der Genauigkeit messen. Bisher ist die Weltklimamaschine Antarktis aber in ihrem Zentralbereich nur völlig unzureichend vermessen worden. Hier soll HALO Abhilfe schaffen.

Die erste Erprobungsmission GeoHALO im italienischen Mittelmeerraum belegte diese verbesserte Messgenauigkeit. Diese Messkampagne, die von der TU Dresden, dem GFZ und weiteren Partnern durchgeführt wurde, zeigte, dass die kombinierte Messung von Schwerefeld, Magnetfeld, GPS-Refelektometrie und GPS-Atmosphärensondierung hervorragend zur Erfassung der Geo- und Klimadynamik geeignet ist. „Gerade erst in der Kombination der geophysikalisch-geodätischen Flugmessungen ergibt sich das zusammenfassende Bild der Zustandsgrößen“, erläutert Reinhard Hüttl.

„Diese Messungen sind das notwendige Verbindungsstück zu den unverzichtbaren Satellitenmessungen.“

Der Festakt mit Bundesministerin Schavan im HALO-Hangar wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Wahner, Leiter des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses, begangen und von Vertretern der mehr als 30 Partner aus Helmholtz-Gemeinschaft, Universitäten, Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft begleitet.

Technische und wissenschaftliche Ausstattung

HALO basiert auf einem Gulfstream G550 Business Jet. Aufgrund seiner besonders großen Reichweite kann das Flugzeug bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Dadurch werden alle Regionen der Erde für die Forschung zugänglich – von den Polen bis zu den Tropen und den abgelegenen Regionen über den Ozeanen.

Die maximale Flughöhe von 15000 Meter ermöglicht zudem Messungen im Übergangsbereich zwischen der Troposphäre und Stratosphäre. Die Nutzlast beträgt rund drei Tonnen.

Nach mehreren Jahren Bau, Umbau und Vorbereitung ist HALO für seine Aufgaben jetzt bestens gerüstet. Die Kombination aus Reichweite, Gipfelhöhe, Zuladung und Modifikationsumfang machen das neue Forschungsflugzeug ideal für die zukünftige Erdsystemforschung.

HALO ist mit zahlreichen Lufteinlässen für Messinstrumente ausgestattet und verfügt über spezielle optische Fenster für Fernerkundungsmessgeräte. In der Kabine können bis zu 15 universelle Gestelle wissenschaftliche Messgeräte aufnehmen. Unter dem Rumpf und unter den Tragflächen können zusätzlich Behälter für wissenschaftliche Instrumente angebracht werden. Eine gesonderte Stromversorgung ermöglicht den Betrieb von Geräten innerhalb und außerhalb der Kabine.

Anhand einer eigens entwickelten Sensorik sowie eines fest eingebauten Systems zur Datenerfassung und Datenaufbereitung können die Wissenschaftler auch während eines Fluges bereits Informationen über die Atmosphäre und das Flugzeug selbst erhalten. Bis 2015 sind mehr als zehn wissenschaftliche Missionen geplant, so eine Messkampagne in der Antarktis (AntHALO).

Über das Projekt

HALO ist eine Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen. Gefördert durch Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Freistaates Bayern, des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, des Forschungszentrums Jülich, des Karlsruher Instituts für Technologie und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Franz Ossing
Helmholtz Centre Potsdam
GFZ German Research Centre for Geosciences
Deutsches GeoForschungsZentrum
- Head, Public Relations -
Telegrafenberg
14473 Potsdam / Germany
e-mail:ossing@gfz-potsdam.de
Tel. ++49 (0)331-288 1040
Fax ++49 (0)331-288 1044

Franz Ossing | GFZ Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einblicke unter die Oberfläche des Mars
21.07.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Tauender Permafrost setzt altes Treibhausgas frei
19.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie