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Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg (MLU) haben ein Netz von Klimastationen aufgebaut, um mit deren Hilfe Klimadaten besser analysieren zu können.
"Insgesamt sechs Messstationen umfasst das Netz bisher. Weitere sollen bald folgen", erläutert Detlef Thürkow, Geowissenschaftler an der MLU, gegenüber pressetext. Eine Testregion ist dabei das mitteldeutsche Trockengebiet, das nach Angaben von Thürkow prädestiniert für die Erforschung des Klimawandels ist. "Wir haben hier weniger als 500 Millimeter Niederschlag im Jahr und dadurch eine negative Wasserbilanz", so Thürkow weiter. Durch die aktuellen klimatischen Entwicklung würde die Anzahl von Extremereignissen wie Starkregen oder Unwetter zunehmen. "Zwar regnet es dann mehr, aber der Boden kann das so abgegebene Wasser nicht mehr aufnehmen", fährt der Experte fort.
Dies ist der Ansatz für das hallesche Klimaprojekt. Die Messstationen registrieren neben Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Leuchtfeuchtigkeit nämlich auch die Bodentemperatur. Herzstück des Systems ist allerdings das Auswertungsmodul. "Wetterstation ist nicht gleich Wetterstation. Jede hat ihr eigenes Datenformat, wodurch sie nur schwer zu kombinieren sind", erläutert Thürkow. Die Geowissenschaftler der MLU haben zusammen mit Informatikstudenten ihrer Universität ein Programm geschrieben, das die Schnittstelle zwischen verschiedenen Stationen sein soll. "Unser Programm übersetzt die verschiedenen Formate und wandelt es in ein großes, auslesbares Datenpaket um", fährt Thürkow fort. Von daher hoffen die Forscher darauf, dass sich schon bald auch andere Institutionen dem Netzwerk anschließen. Denn dadurch wäre eine noch genauere Klimabeobachtung- und auswertung möglich.
Doch die Software ermöglicht nicht nur ein einheitliches Format, sondern wandelt die Daten auch in übersichtliche Diagramme und Datenreihen um. Dadurch werde die statistische Auswertung der Klimadaten bedeutend einfacher. "Damit können die Daten verstärkt in der universitären Ausbildung aber auch in der angewandten Umweltforschung genutzt werden", führt Thürkow aus.
Unter können User auf aktuelle Tageswerte und auf Zeitreihen der gemessenen Parameter zugreifen. Wollen die Nutzer die Daten für wissenschaftliche oder behördliche Zwecke verwenden, können sie bei den Forschern einen Zugang zum Downloadbereich beantragen. "Unser Ziel ist es, mit diesem Monitoringsystem bessere Vorhersagen zu den Auswirkungen des Klimawandels treffen zu können und daraus Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser zu entwickeln", sagt Thürkow abschließend.
Erik Staschöfsky | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.uni-halle.de
klima.geo.uni-halle.de
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