Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hallesche Forscher entwickeln Klimaanalysesystem

26.09.2008
Daten sind im Internet frei zugänglich

Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg (MLU) haben ein Netz von Klimastationen aufgebaut, um mit deren Hilfe Klimadaten besser analysieren zu können.

"Insgesamt sechs Messstationen umfasst das Netz bisher. Weitere sollen bald folgen", erläutert Detlef Thürkow, Geowissenschaftler an der MLU, gegenüber pressetext. Eine Testregion ist dabei das mitteldeutsche Trockengebiet, das nach Angaben von Thürkow prädestiniert für die Erforschung des Klimawandels ist. "Wir haben hier weniger als 500 Millimeter Niederschlag im Jahr und dadurch eine negative Wasserbilanz", so Thürkow weiter. Durch die aktuellen klimatischen Entwicklung würde die Anzahl von Extremereignissen wie Starkregen oder Unwetter zunehmen. "Zwar regnet es dann mehr, aber der Boden kann das so abgegebene Wasser nicht mehr aufnehmen", fährt der Experte fort.

Dies ist der Ansatz für das hallesche Klimaprojekt. Die Messstationen registrieren neben Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Leuchtfeuchtigkeit nämlich auch die Bodentemperatur. Herzstück des Systems ist allerdings das Auswertungsmodul. "Wetterstation ist nicht gleich Wetterstation. Jede hat ihr eigenes Datenformat, wodurch sie nur schwer zu kombinieren sind", erläutert Thürkow. Die Geowissenschaftler der MLU haben zusammen mit Informatikstudenten ihrer Universität ein Programm geschrieben, das die Schnittstelle zwischen verschiedenen Stationen sein soll. "Unser Programm übersetzt die verschiedenen Formate und wandelt es in ein großes, auslesbares Datenpaket um", fährt Thürkow fort. Von daher hoffen die Forscher darauf, dass sich schon bald auch andere Institutionen dem Netzwerk anschließen. Denn dadurch wäre eine noch genauere Klimabeobachtung- und auswertung möglich.

Doch die Software ermöglicht nicht nur ein einheitliches Format, sondern wandelt die Daten auch in übersichtliche Diagramme und Datenreihen um. Dadurch werde die statistische Auswertung der Klimadaten bedeutend einfacher. "Damit können die Daten verstärkt in der universitären Ausbildung aber auch in der angewandten Umweltforschung genutzt werden", führt Thürkow aus.

Unter können User auf aktuelle Tageswerte und auf Zeitreihen der gemessenen Parameter zugreifen. Wollen die Nutzer die Daten für wissenschaftliche oder behördliche Zwecke verwenden, können sie bei den Forschern einen Zugang zum Downloadbereich beantragen. "Unser Ziel ist es, mit diesem Monitoringsystem bessere Vorhersagen zu den Auswirkungen des Klimawandels treffen zu können und daraus Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser zu entwickeln", sagt Thürkow abschließend.

Erik Staschöfsky | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de
http://klima.geo.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klimawandel schwächt tropische Windsysteme
20.10.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht An der Wurzel des Amazonas: Bodentiefe bestimmt Vegetationstyp
20.10.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise