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Halles Untergrund im gläsernen 3D-Modell

01.07.2011
Wie es unter unseren Füßen aussieht, zeigt ein innovatives, gläsernes 3D-Modell, das Geologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) am 1. Juli 2011 erstmals öffentlich präsentieren.

Sie ließen den Untergrund der Stadt Halle maßstabsgetreu per Laserstrahl in den Glaskörper gravieren. Das Modell ermöglicht einen faszinierenden Blick auf die unterirdischen Schichten eines 135 Quadratkilometer großen Gebietes. Die Besucher der 10. Langen Nacht der Wissenschaften können sich davon als Erste überzeugen.


Halles Untergrund im gläsernen 3D-Modell.
Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Geowissenschaften und Geographie


Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Geowissenschaften und Geographie

"Die Geologie direkt unter uns wollte ich schon immer in eine durchsichtige, feste Modellform bringen", sagt Prof. Dr. Peter Wycisk, Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät III der MLU. "Unabhängig von technischen Hilfsmitteln lässt sich dadurch die Komplexität des Untergrunds in der räumlichen Dimension zeigen."

Nachdem vor vier Jahren ein erster Prototyp entstanden war, ist nun laut Wycisk „der große Wurf" gelungen. „So etwas gibt es meines Wissens in dieser Form kein zweites Mal." Hochwertiges Glas sei verwendet worden, der Durchblick sei unverzerrt und schlierenfrei. Mit acht Millionen Laserpunkten wurden die von den halleschen Forschern um Peter Wycisk gewonnenen Daten der 28 modellierten Schichten von der Firma Starglas Lasertechnik GmbH (Bünde, Nordrhein-Westfalen) in das Glas graviert. 25 Kilogramm wiegt der 26 mal 26 mal 13 Zentimeter große Glasblock.

Durch die hohe Auflösung und den realen Raumbezug von Einzelinformationen werden die Struktur, der Verlauf und die Verbreitung geologischer Einheiten sowie ihre räumliche Beziehung zur Erdoberfläche durchsichtig dargestellt. „Man könnte das Ganze jetzt noch mit virtuellen Bohrungen in Form von farbigen Laserstrahlen verfeinern und Animationen dazu anbieten", schwebt Wycisk als Erweiterung vor. "Jedenfalls sind solche Modelle meiner Ansicht nach für die Visualisierung unserer Forschung ideal und eröffnen völlig neue Möglichkeiten in der Wissenschaftskommunikation."

Seit zehn Jahren beschäftigt sich Wycisks Arbeitsgruppe mit dem Thema 3D-Visualisierung. Dabei entstand unter anderem die Internetplattform http://www.3d-geology.de, die international anhaltend große Beachtung findet. Die Präsentationen auf der Plattform richten sich sowohl an Fachleute als auch die interessierte Öffentlichkeit, zum Beispiel Schüler und Studierende.

Das 3D-Modell in der Wissenschaftsnacht:

Das gläserne Untergrund-Modell ist erstmals bei der 10. Langen Nacht der Wissenschaften am 1. Juli 2011 in Halle zu sehen. Es wird von 18 bis 0 Uhr ausgestellt im Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Von-Seckendorff-Platz 3/4 (Haus 3, 1. Etage).

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Wycisk
Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät III der Martin-Luther-Universität
Telefon: 0345 55 26001
E-Mail: peter.wycisk@geo.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.3d-geology.de
http://www.uni-halle.de

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