Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grundwasser verändert sich vor Erdbeben deutlich

22.09.2014

Andere Wasserstoffisotope und Natriumionenwerte sechs Monate davor

Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers könnten ein Warnzeichen für ein drohendes Erdbeben sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Stockholm University http://su.se in ihrer aktuellen Erhebung. Diese Theorie ist zwar nicht neu, war bisher aber nur schwer zu beweisen.


Vulkan: Erdbeben vor Ausbruch in Island

(Foto: pixelio.de, Annamartha)

Keine zufälligen Schwankungen

Seismologen haben bislang Veränderungen der Werte bei Radon, der Konzentration gelöster Spurenelemente und dem Anteil stabiler Isotope im Wasser nachgewiesen. Diese Studien verfügten jedoch nicht über ausreichende Daten, um eine Veränderung gesichert mit einem späteren Erdbeben in Zusammenhang zu bringen.

Das ermöglichen jetzt jedoch neue Daten aus Island. Sie zeigen im Detail, wie sich das Wasser vor zwei Erdbeben der Stärke 5,6 und 5,5 in den Jahren 2012 und 2013 verändert hat. Das Team um Alasdair Skelton analysierte fünf Jahre lang wöchentlich Wasserproben eines Bohrlochs im Norden Islands.

Vier bis sechs Monate vor den Erdbeben war eine Veränderung der Zusammensetzung der Wasserstoffisotope und der Werte der Natriumionen feststellbar. Da die chemische Zusammensetzung des Wassers über einen so langen Zeitraum beobachtet wurde, verfügten die Forscher über ausreichend Daten für eine statistische Analyse. Diese hat ergeben, dass die chemischen Veränderungen höchst wahrscheinlich mit den Erdbeben in Zusammenhang standen und dass es sich dabei nicht um zufällige Schwankungen handelte.

Zuverlässige Vorhersage nicht möglich

Bis jetzt konnte Skelton nicht herausfinden, was die chemischen Veränderungen verursacht hat. Es ist denkbar, dass andere Wasserquellen begannen, sich mit dem untersuchten Wasser zu vermischen, da sich auch das Gestein im Untergrund veränderte. Aufgrund dieser Unsicherheiten ist der Wissenschaftler derzeit auch nicht bereit, das Wort Vorhersage zu benutzen.

Laut Bruce Malamud vom King's College London http://kcl.ac.uk sind die Ergebnisse aber Anlass genug für vorsichtigen Optimismus. "Es müssen jedoch noch viel mehr Beweise gesammelt werden, bis wir davon ausgehen können, dass Veränderungen im Grundwasser immer einer mittleren bis starken seismischen Aktivität vorausgehen." Die aktuelle Studie wurde in "Nature Geoscience" http://nature.com/ngeo veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Satellitenblick auf die Dürre in Kenia
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Bisher unbekanntes Aussterben grosser Meerestiere entdeckt
27.06.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive