Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grundwasser - eine oft unterschätzte Georessource

11.05.2009
In Deutschland wird Trinkwasser zu über 90 % aus Grundwasser (einschließlich Quellwasser und Uferfiltrat) gewonnen. Den Verbrauchern ist das jedoch kaum bewusst; Wasser kommt nun mal aus dem Wasserhahn, so wie Strom aus der Steckdose. Doch wie selbstverständliche ist sauberes Grundwasser?

Während eines internationalen Workshops am 15. Mai 2009 diskutieren Hydrogeologen über verschiedene Aspekte dieser Fragestellung. Der Workshop findet von 09.00 Uhr bis ca. 12.40 Uhr im Konzilsaal im Hauptgebäude der Universität Greifswald statt.

Wenn über Umweltbelastungen gesprochen wird, dann sind üblicherweise Ökosysteme gemeint, d. h. Flora, Fauna und deren Lebensräume an Land und in den Oberflächengewässern - eben die sichtbare Welt. Das, was sich unter unseren Füßen im Untergrund befindet, und noch mehr das Grundwasser als das Wasser in den Hohlräumen der Gesteine, bleibt häufig unsichtbar, entzieht sich somit oft der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Hydrogeologie beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach unseren Grundwasserressourcen. Zunehmend erkennen auch politische Entscheidungsträger das Problem.

Im Jahre 1991 hat die Haager Konferenz der Umweltminister festgestellt: "Grundwasser ist ein natürlicher Rohstoff von sowohl ökologischem als auch ökonomischem Wert und von entscheidender Bedeutung für ein umweltgerechtes Leben, für die Gesundheit, für die Landwirtschaft und den Erhalt der Ökosysteme." Und die EU-Wasserrahmenrichtlinie erwartet ebenfalls für das Grundwasser einen mengenmäßigen und qualitativen guten Zustand.

Grundsätzlich muss Grundwasser als eine erneuerbare und daher gesicherte sowie aufgrund seiner durch geologische Deckschichten gegebenen Geschütztheit gute Trinkwasserressource angesehen werden. Allerdings ist sie in bestimmten Regionen gefährdet, sei es weil Raubbau an ihr getrieben wird oder aber Schadstoffe durch menschliche Aktivitäten hinein gelangen. Bewässerungen in trockenen Gebieten führen zu Boden- und Grundwasserversalzung, mit der zunehmenden Urbanisierung gelangen bislang unbekannte Stoffe, wie etwa Arzneimittel, ins Grundwasser. Und wie verhält sich der Mechanismus der Grundwasserneubildung bei fortschreitendem Klimawandel? Was ist zu befürchten, wenn Ländergrenzen überschreitende Grundwasserreservoire zu politischen und möglicherweise ideologischen Diskussionen führen? Wie kann in von Wasserknappheit gefährdeten Regionen Grundwasser so bewirtschaftet werden, dass weder die Menge noch die Qualität leidet?

Weitere Informationen
Hydrogeologen, sind Geologen, die sich mit der Wechselwirkung von Wasser und Gestein befassen. Sie bewegen sich zwischen Wasserwirtschaftern und Wasserbauingenieuren, haben aber vor allem dabei die Erdkruste im Blick, die Speicher und Schutzschild des wichtigsten Lebensmittels und der zugleich wichtigsten Georessource bildet.
Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Maria-Theresia Schafmeister
Lehrstuhl für Angewandte Geologie/Hydrogeologie
Institut für Geographie und Geologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4590/-4592
Telefax 03834 86-4572
schaf@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de
http://www.uni-greifswald.de/~geo/_Neue-Seite-2007/Geologie/Geologie.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie