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Der größte Zusammenstoß auf Erden: Indien taucht unter Tibet, aber wie?

27.09.2010
Bein Zusammenstoß von Indien mit dem Eurasischen Kontinent schiebt sich die indische Platte etwa 500 Kilometer weit unter Tibet und erreicht dabei eine Tiefe von 250 Kilometern.

Resultat dieses größten Zusammenstoßes auf der Erde ist das höchste Gebirge der Welt, aber auch der Tsunami von 2004 im Indik entstand durch die bei dieser Kollision erzeugten Erdbeben.

Das Aufeinanderprallen der beiden Kontinente ist sehr komplex, so trifft am nordwestlichen Rand von Tibet die Indische Platte auf die sehr starre Platte des Tarim-Beckens und wird dabei zusammengestaucht. Am Ostrand von Tibet forderte das Wenchuan-Beben vom Mai 2008 über 70 000 Tote.

Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ berichten in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Science“ (Vol. 329, 17. Sept. 2010) über Ergebnisse eines neuen seismologischen Verfahrens, mit dem der Kollisionsprozess untersucht wurde.

In internationaler Kooperation ist es gelungen, den Verlauf der circa 100 Kilometer mächtigen indischen Kontinentalplatte unter Tibet zu verfolgen. Dazu wurde eine Reihe von großen seismischen Experimenten in Tibet durchgeführt, bei denen die natürlichen Erdbeben aufgezeichnet wurden. Durch Auswertung schwacher, an der Unterkante der Kontinentalplatte gestreuter Wellen konnte diese Unterkante detailliert sichtbar gemacht werden. Die Grenze zwischen der starren Lithosphäre und der weicheren Astenosphäre erwies sich dabei als viel ausgeprägter, als man vorher annahm.

Der gesamte indische Subkontinent bewegt sich kontinuierlich über Jahrmillionen nach Norden und hat sich allein in den letzten 50 Jahren circa zwei Meter unter Tibet geschoben. Der Himalaja und das Hochland von Tibet, das höchste und größte Hochplateau der Welt sind so entstanden. Aber auch die immer wieder auftretenden katastrophalen Erdbeben in China werden von dieser Kollision zweier Kontinente verursacht. Aus dem besseren Verständnis der Abläufe der Kollision der beiden Platten erhofft man sich letztlich, die Erdbebengefahr für die Millionenstädte der in der gesamten Kollisionszone und die dort lebenden Menschen zu reduzieren.

“Seismic Images of the Biggest Crash on Earth”, Rainer Kind, Xiaohui Yuan, SCIENCE, Vol. 329, 17. SEPTEMBER 2010, p. 1479

Franz Ossing
Helmholtz Centre Potsdam
GFZ German Research Centre for Geosciences
Deutsches GeoForschungsZentrum
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Tel. ++49 (0)331-288 1040
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Franz Ossing | GFZ Potsdam
Weitere Informationen:
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