Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Überwachung der Meere in Vorbereitung

01.11.2010
Bessere Vorhersage für Tsunamis, Fluten und ökologische Katastrophen

Die Weltmeere werden immer salziger, wärmer, saurer und verlieren stets an Artenreichtum. Diese Entwicklung beeinflusst in hohem Maß das Geschehen auf der Erde - und nicht zuletzt auch die Gesundheit, Sicherheit und den Handel des Menschen. Doch keine andere Region des Planeten ist so wenig erforscht wie die Ozeane.


Überwachung der Ozeane: Vom Meeresboden, Schiff und aus dem Weltraum

Um dieses Versäumnis nachzuholen, arbeiten Meeresforscher derzeit weltweit an einem globalen Dauer-Überwachungssystem der Ozeane, das auch die Frühwarnung bei Katastrophen verbessern soll. Am UN-Ministertreffen, das ab Mittwoch in Peking stattfindet, werden sie auf dessen geplanter Fertigstellung bis 2015 drängen.

Chemie, Physik und Biologie der Ozeane

Das System funktioniert auf drei Ebenen, erklärt Jesse Ausubel, Mitbegründer der Ozeanforscher-Gemeinschaft POGO, im pressetext-Interview. "Zunächst beobachtet es die Meereschemie, zu der etwa Verschmutzung, Sauerstoffniveaus und Versauerung zählen. Physische und geologische Messungen können zweitens sowohl Geräusche als auch Gezeiten und Meeresspiegel messen, was etwa plötzliche Energiewellen oder Bodendruck-Veränderungen vor einem Tsunami sichtbar macht. Biologische Messungen zeigen schließlich den Wandel der Meeresbewohner in Sachen Vielfalt, Verteilung, Biomasse und auch Funktion für das Ökosystems bei veränderten Umweltbedingungen."

Leben retten durch Früherkennung

Vorteile bringt die geplante Einrichtung viele. Verbessert werden etwa die Wetterprognosen, dank derer man Extremereignisse wie Fluten, Trockenheiten, Stürme, Zyklone, Hurrikane oder den Monsum schon im Voraus erkennt und in Folge Vorkehrungen trifft. "Die Flut in Pakistan hätte viel weniger Leid hervorgerufen, hätte man sie rechtzeitig vorhergesehen", so Ausubel. Doch auch das Ausmaß der BP-Ölkatastrophe am Golf von Mexiko wäre dadurch rasch ersichtlich gewesen. Auch Naturveränderungen wie Überdüngung und Algenblüte lassen sich so verfolgen. Ein entscheidender Vorteil dürfte auch die bessere Frühwarnung bei Tsunamis sein.

Nutzen übersteigt Kosten bei weitem

Über einige hundert Meeresgrund-Sensoren verfügt das System bereits, das in der Errichtung zehn bis 15 Mrd. Dollar und im Betrieb jährlich fünf Mrd. Dollar kosten wird. „Die Technik selbst ist nicht teuer, doch die Ozeane groß, weshalb viele derartige Stationen nötig sind. Zudem werden besonders in Entwicklungsländern Spezialisten ausgebildet, die das System bedienen und die Daten weiterverarbeiten“, erklärt POGO-Direktor Trevor Platt gegenüber pressetext. Besonders in der südlichen Halbkugel – etwa im Indik, Pazifik und rund um die Pole sind die Ozeane noch kaum erforscht.

Die Vorteile des Systems übersteigen den Aufwand um ein Vielfaches, betonen die Experten. „Direkter als sonst üblich profitiert hier die Gesellschaft direkt davon, dass die Wissenschaft mit Instrumenten ausgestatte wird. Zudem beobachtet das System alle Meere und kommt dabei allen Menschen im Norden und Süden gleichermaßen zugute“, so Platt. Notwendig für die planmäßige Einrichtung des 2007 beschlossenen Projekts sei jedoch, dass die Staatenvertreter es weiter auf die Agenda setzen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ocean-partners.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie