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Geheimnisse im Harz - Vergangenheit und Zukunft der Artenvielfalt Madagaskars

07.11.2014

Die Wissenschaftlerin Dr. Mónica M. Solórzano Kraemer vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt wird gemeinsam mit spanischen Kollegen die Kopalvorkommen Madagaskars untersuchen. Im Rahmen des von „National Geographic“ geförderten Projektes wollen die Wissenschaftler anhand von fossilen Organismen etwas über die Vergangenheit und die Zukunft des Biodiversitäts-Hotspots Madagaskar erfahren.

Bernsteine und Kopale sind Fenster in die Vergangenheit: In dem fossilen Harz finden sich immer wieder eingeschlossene kleine Tiere oder Pflanzenteile, sogenannte Inklusen.


Perfekt erhalten: Insekten im Kopal

© Solórzano Kraemer


Auch filigrane Details sind im Harz gut zu erkennen

© Solórzano Kraemer

„Deren Abdrücke oder in selteneren Fällen auch Gewebereste bleiben seit Jahren im Kopal oder Jahrmillionen im Bernstein perfekt konserviert“, erklärt Dr. Mónica M. Solórzano Kraemer vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und ergänzt: „Das bietet uns die Möglichkeit, einen kleinen Blick auf die vergangenen Zeiten zu werfen.“

Die Frankfurter Biologin wird gemeinsam mit ihren spanischen Kollegen Prof. Dr. Xavier Delclòs (Universität Barcelona) und Dr. Enrique Peñalver (Instituto Geológico y Minero de España) im Rahmen eines vom National Geographic Global Exploration Fund Northern Europe und dem Malagasy Institut pour la Conservation des Ecosystèmes Tropicaux geförderten Projektes die Kopalvorkommen Madagaskars unter die Lupe nehmen.

„Wir möchten herausfinden, ob Bernsteineinschlüsse uns ein vollständiges Bild der damaligen Lebenswelt und Informationen zum Verlust der Artenvielfalt liefern können“, erklärt Solórzano Kraemer.

Hierzu wird das Forscherteam den Ursprung madagassischer Kopals untersuchen und eine Vergleichsstudie von im Harz gefundenen Bernstein-Inklusen und heutigen Insekten erstellen.

„Wir hoffen außerdem Aufschlüsse über die aus Madagaskar verschwunden Arten zu erhalten“, ergänzt Solórzano Kraemer und fügt hinzu: „Besonders vor dem Hintergrund des aktuell drohenden Verlustes der Artenvielfalt auf dem Inselstaat sind Kenntnisse über vergangene Aussterbe-Ereignisse sehr hilfreich für zukünftige Schutzkonzepte.“

Madagaskar zählt zu den „älteren Inseln“. So werden Inseln bezeichnet, die seit einem langen geologischen Zeitraum vom Festland getrennt sind. Hier gibt es überwiegend Tier- und Pflanzenarten, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Diese endemische Flora und Fauna ist aber zunehmend durch Brandrodung und Besiedlung bedroht.

„Unsere Feldarbeiten in Madagaskar beginnen im kommenden Frühjahr“, freut sich Solórzano Kraemer auf den Beginn des Projektes.

Kontakt
Dr. Mónica Morayma Solórzano Kraemer
Sektion Mikropaläontologie I - Bernstein
Tel.: 069-97075 1629
Monica.Solorzano-Kraemer@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten undnachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert.

Mehr Informationen unter www.senckenberg.de 

Judith Jördens | Senckenberg

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