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Gefährliches Grubengas: TFH-Forscher stellt Schutzmaßnahmen bei Kohlekongress in Türkei vor

12.06.2012
Wenn von den Gefahren des Grubengases die Rede ist, denken die meisten zuerst an „Schlagende Wetter“, also Explosionen im Bergwerk unter Tage.

Gefährlich ist Methan, das in Steinkohlelagerstätten in unterschiedlicher Konzentration vorkommt, aber auch, wenn es sich seinen Weg aus der Tiefe an die Erdoberfläche bahnt.

Wie man sich wirkungsvoll vor diesen unerwünschten Gasaustritten schützt, erläuterte Professor Dr. Frank Otto von der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola beim 18th Coal Congress of Turkey in Zonguldak (Türkei). Das von ihm mit entwickelte Geotextil-Verfahren gilt als eine der sichersten, effizientesten und kostengünstigsten Schutzmaßnahmen weltweit.

Experten gehen davon aus, dass die Türkei in den nächsten Jahren ihre Steinkohleförderung von heute rund 2,6 Mio. t auf ca. 11 Mio. t vervierfachen möchte. Sowohl die in Produktion befindlichen als auch die neu zu erschließenden Lagerstätten weisen einen hohen Methangehalt auf, ähnlich wie hierzulande im Ruhrgebiet und im Saarland.
Das in der Türkei noch weitgehend unbekannte Verfahren, das der Professor für Geotechnik Dr. Frank Otto gemeinsam mit der DMT GmbH (Essen) an der TFH entwickelt hat, verhindert den Gaszutritt in Gebäude, indem Geokunststoffe das Gas schadlos ableiten, ohne dass es zur hochexplosiven Gefahr für ahnungslose Hausbewohner wird. Auch lässt sich durch die speziellen Geotextilien verhindern, dass das Gas an die Wurzeln von Pflanzen gelangt und diese im Wachstum schädigt.

Professor Otto trug den aktuellen Stand seiner Forschung beim 18th Coal Congress of Turkey (Kohle-Kongress der Türkei) in der vergangenen Woche in Zonguldak vor, dem Zentrum der türkischen Steinkohleförderung. „In Deutschland ist unsere Technik weitgehend bekannt und wird von kommunalen Behörden für Neubaugebiete in Bergbauarealen empfohlen.“, erklärte Otto am Rande des Kongresses.

„Ich habe den türkischen Kollegen von der Universität Zonguldak angeboten, gemeinsam die dortige Ausgasungsproblematik zu untersuchen.“ Neben dem Wissenstransfer wollen Otto und sein Kollege Assoc.-Prof. Dr. Melih Genis von der Bülent Ecevit Universität in Zonguldak auch den Austausch von Dozenten und Studierenden anregen.

Stephan Düppe | idw
Weitere Informationen:
http://www.tfh-bochum.de/

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