Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Futuna: Meeresrücken und aktiven Vulkan entdeckt

15.12.2010
Ein französisches Team aus Forschern und Technikern hat einen neuen Meeresrücken und einen neuen aktiven Vulkan von 20km Durchmesser, den "Kulolasi", entlang der Wallis- und Futuna-Inseln entdeckt.

Anzeige

Der Vulkan weist die erste tiefe hydrothermale Formation mit hoher Temperatur in der französischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) auf.


Die an Bord des Forschungsschiffes L'Atalante des Ifremer [1] durchgeführten Arbeiten ergaben neue Informationen über ein Gebiet, dessen Meeresboden bislang fast "unbeobachtet" geblieben war. Alle auf der Expedition gesammelten Proben (Flüssigkeiten, Gesteine, lebende Organismen) werden nun an Land im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen, an der Forschungsexpedition beteiligten Organisationen analysiert (Ifremer, BRGM, CNRS, IPGP, UBO-IUEM, CEA [2]). Der südliche Teil der Futuna-Insel ist ein unbekanntes und riesiges vulkanisches Gebiet in der AWZ.

Dank der Futuna Forschungsexpedition 2010 konnten die Kenntnisse über dieses vulkanische Gebiet deutlich ausgebaut werden. Es wurde bereits im Jahr 2000 teilweise während der Alaufi Forschungsexpedition kartiert, die auch an Bord der L’Atalante stattfand, jedoch mit weniger leistungsstarken Messinstrumenten ausgerüstet war. Die kartierten Gebiete umfassen mehr als 35 000 km² - dies entspricht fast der doppelten Fläche der Bretagne. 57% des Areals sind von neuen vulkanischen Formationen bedeckt.

Dadurch besteht potentiell die Möglichkeit, in diesem Gebiet aktive und inaktive Hydrothermalquellen zu finden, die wiederum die Grundlage für die Bildung von spezifischen Schwefelmineralen und Biozönosen [3] sind. Dieses Potenzial wird noch durch die Existenz verschiedener Lavagesteine, Basalte und Ryoliten verstärkt, die ein geeignetes Umfeld für die hydrothermale Aktivität schaffen. Während der Expeditionen wurde die biologische Vielfalt der Hydrothermalquellen und älterer vulkanischer Formationen untersucht. An mehreren Standorten der Hydrothermalquellen mit niedrigen Temperaturen konnten vielfältige Biozönosen beobachtet werden.

An der Forschungsexpedition nahmen sowohl Geologen, Geophysiker, Vulkanologen, auf Flüssigkeiten spezialisierte Chemiker und Biologen (Meeresboden und -oberfläche, einschließlich Beobachter für Meeressäuger), als auch Mikrobiologen und Wassersäulen-Experten teil. Zur Bereitstellung der breiten Palette an Instrumenten und Geräten zur Meereserforschung wurde ein großes Team von Technikern aus Genavir mobilisiert.

Das Forscherteam wurde ebenfalls ergänzt durch ein Team von Technikern, die auf dem Gebiet der Kartierung und der akustischen Abbildung des Meeresbodens spezialisiert sind. In sehr kurzer Zeit gelang ihnen die Erstellung von Karten und akustischen Darstellungen des Meeresbodens. Diese technische Unterstützung erwies sich als entscheidend bei der Definierung der Forschungsstrategien während des ersten Teils der Forschungsexpedition und der Vorgehensweise bei den Tiefseetauchgängen im Laufe der zweiten Etappe der Expedition.

Weitere Informationen zur Futuna Forschungsexpedition 2010: "Die Futuna Expedition" – Wissenschaft- Frankreich Nummer 190 – 22.09.2010 - http://www.wissenschaft-frankreich.de http://wwz.ifremer.fr/institut/content/download/77390/532593/file/10_09_06
_CP_campagne_Futuna.pdf

[1] IFREMER - französisches Forschungsinstitut zur Nutzung des Meeres

[2] BRGM - Organisation für Geologie und Bergbauforschung CNRS - französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

IPG-P - Institut für Geophysik in Paris

UBO-IUEM - Universität der Westbretagne

CEA - Zentrum für Atomenergie und alternative Energien

[3] Eine Biozönose ist eine Gemeinschaft von Organismen verschiedener Arten in einem abgrenzbaren Lebensraum (Biotop) bzw. Standort. Biozönose und Biotop bilden zusammen das Ökosystem.

Quelle: "Futuna : découverte d'une dorsale et d'un volcan actif "Pressemitteilung in Enerzine.com - 10.12.2010 http://www.enerzine.com/604/10972+futuna---decouverte-dune-dorsale-et-dun-volcanactif+. html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+enerzinelesdernieresbreves+% 28Enerzine.com+- +Les+derni%C3%A8res+br%C3%A8ves%29&utm_content=Google+Reader

Redakteurin: Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 195 vom 15.12.2010) Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Myrina Meunier | Quelle: Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen: www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht NASA's TRMM satellite sees heavy rainfall in Tropical Storm Bud
24.05.2012 | NASA/Goddard Space Flight Center

nachricht NASA sees Tropical Storm Sanvu continue to intensify
24.05.2012 | NASA/Goddard Space Flight Center

Alle Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp