Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühwarnsysteme für Trockenheit verbessern

23.07.2013
Internationales Forschungsprojekt der Freiburger Hydrologie erhält eine Förderung von 1,6 Millionen Euro

Als eines von sechs Projekten weltweit unterstützen das Belmont Forum und der International Opportunities Fund der G8-Staaten den Antrag zum Wasserversorgungssicherheit-Projekt „Drought Impacts:

Vulnerability Thresholds in Monitoring and Early-Warning Research (DrIVER)“ von Dr. Kerstin Stahl, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Professur für Hydrologie am Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg. Ziel ist es, bestehende Frühwarnsysteme für Trockenheit zu verbessern und Strategien zu entwickeln, die eine bessere Wasserversorgung in Dürreperioden ermöglichen.

Ein wichtiges Teilziel ist die Bestimmung von Grenzwerten zur Verwundbarkeit. Der Begriff Verwundbarkeit beschreibt, wie stark eine Trockenheit zum Beispiel die Trinkwasserversorgung, Schifffahrt, Landwirtschaft sowie das Ökosystem im Allgemeinen gefährdet. Bestehende Frühwarnsysteme berücksichtigen diese gesellschaftlich relevanten und ökologischen Faktoren oft nicht.

Sie beruhen ausschließlich auf Trockenheitsindikatoren, die sich aus Niederschlagsmessungen und simulierten hydrologischen Größen wie der Bodenfeuchte berechnen. Das Projekt DrIVER möchte diese Forschungslücke schließen und die kritischen Punkte zur Verwundbarkeit neu ermitteln, indem es einerseits die üblichen Trockenheitsindikatoren und andererseits die tatsächlichen ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen einbezieht. Das Projektteam verknüpft vorhandene Frühwarnsysteme und Wirkungsberichte, die bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden.

Mit den Forschungsergebnissen und erstellten Szenarien entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Strategiespiele für die berufliche Weiterbildung. Aus den Spielen und deren Test bei Wasserversorgern formulieren die Forscherinnen und Forscher zudem Empfehlungen, wie verschiedene Akteure die Versorgung mit Wasser ausbauen können, damit sie bei langen Trockenperioden weniger anfällig ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von großen Wasserversorgern, Behörden und Umweltverbänden lernen so, wie sie das Wassermanagement vor, während und nach einem Trockenereignis verbessern.

Das Belmont Forum ist ein Teil der International Group of Funding Agencies for Global Change Research. Es hat Wissenschaftlern zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, internationale Kollaborationsprojekte in der Wasserforschung einzureichen. Die Projekte werden jeweils von den nationalen Forschungsorganisationen finanziell getragen. Den Projektanteil der Freiburger Hydrologie finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Das internationale Forschungskonsortium, das Kerstin Stahl leitet, besteht aus Forschern von dem Centre for Ecology and Hydrology in Wallingford/England, der Open University in Milton Keynes/England, dem National Drought Mitigation Centre an der University of Nebraska-Lincoln/USA sowie der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation in Australien.

Weitere Informationen zum Förderprogramm:
http://igfagcr.org/index.php/featured/87-2013-funded-projects
Kontakt:
Dr. Kerstin Stahl
Professur für Hydrologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203- 3532
E-Mail: kerstin.stahl@hydrology.uni-freiburg.de

Melanie Hübner | Uni Freiburg
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie