Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IPM stellt Weltraumstation ISS auf den Kopf

07.12.2012
Um einzigartige Daten über die Sonneneinstrahlung mit dem von Fraunhofer IPM entwickelten Sonnenspektrometer zu messen, wurde nun die gesamte bemannte Internationale Raumstation ISS gedreht.

Bei dem 450 Tonnen schweren Koloss, der in einer weltweit einzigartigen Forschungsgemeinschaft entstanden ist, ist dies keine leichte Aufgabe – ein aufwändiges 27-Tage-Experiment in 400 Kilometern Höhe.


Die Internationale Raumstation ISS ist für ein 27-Tage-Experiment der Sonne zugewandt, um mit einem Sonnenspektrometer von Fraunhofer IPM die EUV-Strahlung zu messen.
© NASA/ESA


In 400 km Höhe erfasst das von Fraunhofer IPM entwickelte EUV-Spektrometer einzigartige Daten über die Sonnenintensität. In der Mitte ist das SOLAR-Modul zu sehen, das durch die Drehung der ISS direkt in Richtung Sonne ausgerichtet ist.
© NASA/ESA

Der Grund für die Drehung der Raumstation von der Größe eines Wohnblocks ist erstmals rein wissenschaftlicher Natur: Da die Sonne rund vier Wochen braucht, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen, die Internationale Raumstation ISS aber nie länger als zwei Wochen am Stück der Sonne zugewandt ist, kann man eine vollständige Drehung der Sonne nur dann von der ISS aus beobachten, wenn man die ganze Raumstation dreht. Diese Positionsänderung geschah am 1. Dezember, sodass das von Fraunhofer IPM entwickelte SolACES- und das in Paris entwickelte SOLSPEC-Sonnenspektrometer direkte Sicht auf die Sonne haben.

Daten über Sonnenstrahlung sollen Aufschluss über Klima geben

Bis zum 10. Dezember verharrt die ISS noch in der veränderten Position. Das SolACES-System von Fraunhofer IPM misst in dieser Zeit die extrem ultraviolette (EUV)-Strahlung der Sonne, die von der Atmosphäre absorbiert wird und daher nicht auf der Erde gemessen werden kann. EUV-Strahlung beeinflusst sowohl die klimatischen Bedingungen auf der Erde als auch Satellitensignale von Navigationssystemen. Mit dem aufwändigen Experiment werden einzigartige Daten über die Sonnenstrahlung erfasst, die Aufschluss über den Einfluss der schwankenden Strahlungsintensität auf der Erde geben sollen.

Aufwändiges 27-Tage-Experiment

Obwohl die Drehung lediglich 7° beträgt, ist sie nicht trivial für die fünf beteiligten Weltraum-Organisationen – aus den USA, Russland, Europa, Japan und Kanada. Die Kommunikationsantennen und Solarsegel müssen exakt ausgerichtet werden, damit der Kontakt zur Erde und die Stromversorgung erhalten bleiben. Rund um die Uhr koordiniert das Kontrollzentrum in Brüssel den Vorgang.

Hintergrundinformationen zu SolACES:

Optik, Mechanik und Elektronik des kompletten SolACES (Solar AutoCalibrating EUV Spectrometer)-Systems wurden von Wissenschaftlern am Fraunhofer IPM über einen Zeitraum von zehn Jahren aufgebaut. Seit März 2008 misst das System die EUV-Strahlung der Sonne. Es wurde zusammen dem in Paris entwickelten SOLSPEC, ein UV‑IR-Spektrometer, in das SOLAR-Modul integriert. Die Daten werden in der Nähe von München empfangen und an das in Brüssel angesiedelte Kontrollzentrum B.USOC weitergeleitet. Von hier aus kann SOLAR gesteuert werden. Am Fraunhofer IPM widmen sich die Wissenschaftler der Datenanalyse – um mehr Licht ins Dunkel der schwankenden Sonnenenergie zu bringen.

Holger Kock | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipm.fraunhofer.de
http://www.ipm.fraunhofer.de/de/presse_publikationen/Presseinformationen/fraunhofer-ipm-stellt-weltraumstation-iss-auf-den-kopf.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie