Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fracking belastet Atmosphäre mit schädlichen Gasen

05.08.2014

Bei der Schiefergas- und Schieferölförderung gelangen klima- und gesundheitsschädliche Gase in die Atmosphäre. Das haben Messungen eines Teams der Universität Innsbruck in einem Fracking-Gebiet im US-Bundesstaat Colorado ergeben.

Die Wissenschaftler um Armin Wisthaler nehmen mit speziellen, in Tirol entwickelten Messgeräten für Luftschadstoffe an einer aktuellen Forschungskampagne der NASA teil.


Im Denver-Julesburg Basin im US-Bundesstaat Colorado haben die Innsbrucker Wissenschaftler eine Messstation eingerichtet. Armin Wisthaler


Die Messungen in der Luft werden von einem Forschungsflugzeug der NASA aus durchgeführt.

Armin Wisthaler

In den USA boomt derzeit die Schiefergas- und Schieferölförderung. Horizontalbohrungen erschließen weite Schiefergesteinsschichten, in welche ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien gepresst wird. Dadurch entstehen feinste Gesteinsrisse, über die Gas und Öl entweichen und über Bohrrohre an die Oberfläche gelangen.

Doch die neue Fördertechnik, kurz Fracking genannt, ist nicht unbedenklich. „Bei der Förderung, Aufbereitung und Verteilung gelangen über zahllose Lecks klima- und gesundheitsschädliche Gase in die Atmosphäre“, sagt Armin Wisthaler vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck, der auch an der Universität Oslo forscht. Die Wissenschaftsgemeinschaft ist alarmiert und forscht seit einigen Jahren intensiv an den Umweltauswirkungen von Fracking.

Strengere Auflagen und Kontrollen nötig

Die US-amerikanische Luft-und Raumfahrtbehörde NASA richtet derzeit ihre Satellitensensoren auf ein Fracking-Gebiet im US-Bundesstaat Colorado und führt ergänzende Messungen in der Luft und am Boden durch. Mit dabei ist ein Team der Universität Innsbruck, welches hochempfindliche Messinstrumente an Bord eines NASA-Forschungsflugzeuges und am Boden betreibt.

„Wir finden krebserregendes Benzol, giftigen und übelriechenden Schwefelwasserstoff und eine Vielzahl von Vorläufersubstanzen für gesundheitsschädliches Ozon in ländlichen Gegenden, wo man eigentlich saubere Luft erwarten würde“, meint Teamleiter Armin Wisthaler. „Unsere Messungen bestätigen die Befunde amerikanischer Kollegen aus anderen Gegenden, in denen Fracking intensiv betrieben wird. Hier sind dringend strengere Umweltauflagen und Kontrollen notwendig“, lautet sein erstes Fazit.

Erfolgreiche Kooperation

Die eingesetzte, hochsensible Messtechnik wurde von den Wissenschaftlern des Instituts für Ionen- und Angewandte Physik der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Tiroler Hightech-Unternehmen Ionicon Analytik GmbH entwickelt und kann die Zusammensetzung von organischen Spurenstoffen in der Atmosphäre in Sekundenbruchteilen messen.

Das Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik kooperiert seit nunmehr sechs Jahren erfolgreich mit der US-amerikanischen Luft-und Raumfahrtbehörde NASA. Die Zusammenarbeit wird durch das Bundesministerium für Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) im Rahmen des „Austrian Space Application Programme“ gefördert.

Rückfragehinweis:
Prof. Dr. Armin Wisthaler
Institut für Ionen- und Angewandte Physik
Universität Innsbruck
Mobil: +43 699 10861947
E-Mail: armin.wisthaler@uibk.ac.at
Web: http://www.uibk.ac.at/ionen-angewandte-physik/atmoschem/

Dr. Christian Flatz
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck
Telefon: +43 512 507 32022
E-Mail: christian.flatz@uibk.ac.at

Weitere Informationen:

http://www.uibk.ac.at/ionen-angewandte-physik/atmoschem/ - Arbeitsgruppe Armin Wisthaler

Dr. Christian Flatz | Universität Innsbruck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie viel Biomasse wächst in der Savanne?
16.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten