Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fossil des größten echten Krokodils gefunden

14.05.2012
Menschenfresser übertraf unsere Vorfahren um Siebenfaches

Das größte bisher bekannte echte Krokodil haben Forscher der University of Iowa identifiziert. Wie sie im "Journal of Vertebrate Paleontoloty" berichten, wurde das Crocodylus thorbjarnarsoni in Kenia bis achteinhalb Meter groß.


Größenvergleich: Riesen- und Nilkrokodil, Mensch einst und jetzt (Bild: Uiowa)

Zum Vergleich: Das Nilkrokodil als größter noch lebender Verwandter bringt im Extremfall "nur" 6,4 Meter auf die Messlatte. Der neue Spross in der Krokodilsfamilie lebte erst vor rund zwei bis vier Mio. Jahren und dürfte somit sogar mit dem Menschen Bekanntschaft geschlossen haben.

Hinunterschlucken genügt

Einzelne Fossilien des Krokodils wurden schon früher im kenianischen Nationalmuseum Nairobi identifiziert, doch erst jetzt der bisher unbekannten Spezies zugeordnet. Manche der Fossilteile stammen aus Orten, die auch für wichtige Funde von Menschenfossilien bekannt sind. Da der Mensch damals kleiner war - rund 1,20 Meter - fiel der Mensch-Krokodil-Vergleich noch drastischer aus.

"Es lässt sich ausmalen, dass die Riesenkrokodile die Menschen gar nicht beißen, sondern bloß hinunterschluckten mussten", folgert Studienleiter Christopher Brochu. Von Begegnungen des Menschen mit der urzeitlichen Monsterechse gibt es zwar keine Hinweise, sie seien aber dennoch sehr wahrscheinlich, sagt der Geowissenschaftler. "Der Frühmensch suchte genauso wie die Tiere an Flüssen und Seen nach Wasser, wo die Krokodile warteten."

Sensation späte Datierung

Der Reptilexperte Richard Gemel vom Naturhistorischen Museum Wien http://nhm-wien.ac.at hebt gegenüber pressetext besonders die späte Datierung des Fossils hervor. "Riesenkrokodile wurden teils viel größer, wie etwa der zwölf Meter lange Sarcosuchus, doch war dies in der Kreidezeit und somit lange vor dem Menschen." In der Familie der echten Krokodile (Crocodylidae) gibt es zwar auch rezente Kolosse wie etwa Sumpf-, Nil- oder Panzerkrokodile, an die Acht-Meter-Grenze reichen sie jedoch nicht heran.

Anders als Menschen, wachsen Reptilien ihr Leben lang. "Je länger Krokodile leben, desto größer sind sie, wobei die Wachstumsrate im Alter abnimmt", erklärt Gemel. Daneben gibt es bei einigen großwüchsigen Arten das Phänomen des Riesenwuchses einzelner Bullen - eine Laune der Natur, wie der Herpetologe darlegt. "Bei Fossilien nimmt man in der Regel aber nicht an, dass sie zu diesen Ausnahmen gehören. Da man keine Vergleichswerte hat, belässt man es bei der Größenfeststellung."

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.uiowa.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klimawandel schwächt tropische Windsysteme
20.10.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht An der Wurzel des Amazonas: Bodentiefe bestimmt Vegetationstyp
20.10.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise