Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortsetzung des Kieler Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ bewilligt

15.06.2012
Der bundesweite Bewilligungsausschuss für die Exzellenzinitiative hat heute positiv über eine weitere Förderperiode von fünf Jahren für den Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ entschieden.
Dadurch erhält die internationale Spitzenforschung in den Meeres- und Geowissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), dem GEOMAR I Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule erhebliche weitere Forschungsgelder. Der Bewilligungsausschuss besteht aus Wissenschaftlern, Wissenschaftsministern der Bundesländer und Vertretern der Bundesregierung. Seine heutige Entscheidung wurde in Kiel mit Spannung erwartet.

„Das Votum ist nicht nur eine Bestätigung unserer Expertise in der Meeresforschung. Es zeigt vor allem, dass wir mit unserem Kieler Konzept, unterschiedliche Wissenschaftskulturen zu verbinden, auf dem richtigen Weg sind“, sagt Professor Thomas Bosch, Vizepräsident der CAU.
In der zweiten Förderperiode von November 2012 bis Oktober 2017 wollen die Kieler Meereswissenschaftler nun an die Erfolge der vergangenen sechs Jahre anknüpfen. Im Mittelpunkt steht dabei weiter die interdisziplinäre Forschung. Die Kieler Experten haben dafür elf zukunftweisende Themenfelder identifiziert. Dabei geht es genauso um die natürlichen Ressourcen im Meer wie um die biologische Vielfalt oder den Gasaustausch zwischen Ozeanoberfläche und Atmosphäre. Neu im Boot der Forscherteams an der Kieler Uni sind Wissenschaftler aus den Politischen Wissenschaften und der Umweltethik, die verstärkt an gesellschaftlich relevanten Themen mitarbeiten werden, etwa dem verantwortungsvollen Umgang mit marinen Ressourcen oder der Frage nach weltweiten Governance-Strukturen.

„Innovative Forschung bedeutet Forschung über Fächergrenzen hinweg. Diesen Ansatz werden wir weiter ausbauen. Es gibt weltweit keine andere Institution, die Meeresforschung derart interdisziplinär angeht wie wir“, sagt Professor Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“. „Erst durch die Themenbreite, die wir im Exzellenzcluster ‚Ozean der Zukunft’ abdecken, lässt sich der Ozean in seiner gesamten Tiefe untersuchen.“

Mit den neuen Forschungsfeldern wollen die Kieler vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Ozean-Management liefern. „Wir werden mit unseren Ergebnissen zukünftig noch stärker auf die Bedürfnisse von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft eingehen. Nur gemeinsam lassen sich Konzepte und neue Wege für eine umweltverträgliche Nutzung des Ozeans entwickeln“, erklärt Visbeck. „Dazu werden wir intensiver als bisher den Dialog suchen.“

Die interdisziplinäre Forschung im Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ hat Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus. „Deutschland hat bereits erkannt, dass die Meereswissenschaften ein Forschungsfeld mit hoher gesellschaftlicher Relevanz für die Zukunft sind. Die Kieler Meereswissenschaften haben es geschafft, ihre wissenschaftliche Exzellenz, über die sie in den Einzeldisziplinen verfügen, mit dem einzigartigen interdisziplinären Ansatz im ‚Ozean der Zukunft’ zu verbinden und damit einen echten Mehrwert zu erzeugen“, sagt Professor Peter Herzig, Direktor des GEOMAR I Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. „In der zweiten Phase wollen wir das Netzwerk nicht nur in Kiel, sondern auch mit unseren Kooperationspartnern weltweit weiter knüpfen und zu der Anlaufstelle für Entscheidungsträger zu werden.“

Mit dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) steuern weltweit führende Wirtschaftswissenschaftler ihre Expertise zum Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ bei. In der Meeresforschung spielen ökonomische Analysen eine immer größere Rolle. Das gilt besonders bei der Bewertung von Rohstoffen im Ozean oder in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung von Speicherverfahren für Kohlendioxid. „Wenn es um Strategien und neue Konzepte zur Abschwächung des Klimawandels geht, müssen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt werden“, betont IfW-Präsident Dennis Snower. „Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen der weltwirtschaftlichen und der meereswissenschaftlichen Forschung im Rahmen des Exzellenzclusters so wichtig."

Der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ will die Öffentlichkeit für die Meeresforschung begeistern und an aktuelle Forschungsthemen heranführen. Dafür entwickeln Kommunikationsdesigner, Architekten, Filmschaffende und Künstler der Muthesius Kunsthochschule neue Formen für die Wissensvermittlung. „Wirkungsvolle Akzente konnte die Muthesius Kunsthochschule bereits in der ersten Förderphase setzen – vor allem mit verschiedenen Formaten der Visualisierung von Themen und Ergebnissen der Ozeanforschung. In den kommenden fünf Jahren wird die Kunsthochschule ihr Engagement mit eigenen Forschungsprojekten erweitern“, kündigt Muthesius-Präsident Professor Rainer W. Ernst an.

Über den Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“
Der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ ist ein Forschungsverbund von mehr als 200 Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des GEOMAR I Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule (MKHS).
Ziel des interdisziplinären Verbundes aus Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie Medizinern, Mathematikern, Juristen und Gesellschaftswissenschaftlern ist es, den Ozean- und Klimawandel gemeinsam zu erforschen, die Risiken und Chancen neu zu bewerten und ein weltweit nachhaltiges Management der Ozeane und mariner Ressourcen zu ermöglichen. Der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ wird im Rahmen der Exzellenzinitiative von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Auftrag von Bund und Ländern gefördert.

Kontakt
Professor Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“, Tel.: 0431-600-4100, sprecher@ozean-der-zukunft.de
Friederike Balzereit, Ozean der Zukunft, Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0431 880-3032, fbalzereit@uv.uni-kiel.de

Dr. Andreas Villwock, Kommunikation & Medien, GEOMAR, Tel.: 0431 600-2802, avillwock@geomar.de

Weitere Informationen:

http://www.ozean-der-zukunft.de - Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“
http://www.uni-kiel.de - Christian-Albrechts Universität zu Kiel
http://www.geomar.de - GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
http://www.ifw-kiel.de - Institut für Weltwirtschaft
http://www.muthesius.de Muthesius Kunsthochschule

Dr. Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.geomar.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen
22.08.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen