Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsschwerpunkte für die Arktis festgelegt

18.02.2016

Internationale Wissenschaftsorganisationen definieren Prioritäten für die kommende Dekade

Die führenden internationalen Arktis-Forschungsorganisationen haben gemeinsame wissenschaftliche Ziele für die kommende Dekade festgelegt. Auch die indigenen Völker der Arktis waren in den Prozess eingebunden.


Forschergruppe auf arktischem Meereis

Foto: Don Perovich

Unter Federführung des am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam angesiedelten International Arctic Science Committee (IASC) legen sie jetzt einen Bericht vor, der den Weg für eine gemeinsam konzipierte, lösungsorientierte Forschung zur nachhaltigen Entwicklung der Arktis und darüber hinaus beschreibt.

Die Arktis ist die Region der Erde, die auf Klimaänderungen am stärksten und schnellsten reagiert. Was in der Arktis passiert, bleibt allerdings nicht in der Arktis. Die Abnahme der Meereisbedeckung, das Tauen von Permafrost, Schnee und Gletschern haben Auswirkungen auf das globale Klimasystem. Zusätzlich führen zunehmende wirtschaftliche und geopolitische Interessen in der Arktis nicht nur zu Veränderungen in der Arktis selbst, sondern weit darüber hinaus.

„Das Ziel der Wissenschaft muss es sein, Wissen zu generieren und an Entscheidungsträger zu vermitteln, um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein und nicht nur darauf zu reagieren“, sagt Dr. Volker Rachold, IASC Geschäftsführer am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar-und Meeresforschung.

Der wissenschaftliche Bericht wird Anfang März bei dem Gipfeltreffen der Arktisforscher, der Arctic Science Summit Week – ASSW, in Fairbanks (Alaska) vorgestellt. Neben den Fragen und Schwerpunkten zeigt er auf, wie die Wissenschaft diese Fragen angehen soll.

„Im Entwicklungsprozess der wissenschaftlichen Ziele haben sich eindeutig drei Hauptschwerpunkte für die zukünftige Arktisforschung herauskristallisiert, sagt Rachold. Der erste Schwerpunkt ist es, die Rolle der Arktis im globalen Klima-, Wirtschafts- und geopolitischen System genauer zu erforschen. Zweitens haben die Wissenschaftsorganisationen bessere Modelle und Prognosen zur zukünftigen Klimaentwicklung in der Arktis und den Auswirkungen auf arktische Ökosysteme auf die Agenda geschrieben. Drittens müsse die Verletzlichkeit aber auch die Belastbarkeit der arktischen Umwelt und Gesellschaft als wissenschaftliche Grundlage zur nachhaltigen Entwicklung der Arktis besser verstanden werden.

Eine wesentliche Schlussfolgerung der Studie war, dass zur Erreichung dieser Ziele sowohl die indigene und lokale Bevölkerung der Arktis, als auch andere Interessengruppen in die Formulierung wissenschaftlicher Fragen eingebunden werden müssen. „Wir beschreiben den Weg für eine gemeinsam konzipierte, lösungsorientierte Forschung zur nachhaltigen Entwicklung der Arktis und darüber hinaus“, fasst IASC-Generalsekretär Rachold zusammen.

Der Originalbericht „Integrating Arctic Research - a Roadmap for the Future“ der 3rd International Conference on Arctic Research Planning ICARP III steht auf dieser Webseite zum Download bereit: http://icarp.iasc.info/

Hinweise für Redaktionen:

Ihre Ansprechpartner sind Dr. Volker Rachold (Tel.: 0331 288-2212; E-Mail: Volker.Rachold(at)awi.de) sowie in der Pressestelle des Alfred-Wegener-Instituts Dr. Folke Mehrtens (Tel.: 0471 4831-2007; E-Mail: Folke.Mehrtens(at)awi.de).

Druckbare Bilder finden Sie in der Online-Version dieser Pressemitteilung unter: http://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse.html

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Ralf Röchert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie