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Ein Wiener Klimaforscher hat neue Erkenntnisse geliefert, um Gegnern der Treibhauseffekt-Theorie den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die häufig verwendete Argumentation der Diskrepanzen zwischen Klimamodellen und tatsächlichen Daten aus den Messungen der Radiosonden (Wetterballons) ist nicht auf fehlerhafte Modelle zurückzuführen. Die Ursache liege bei Fehlern der gemessenen Daten, meint Leopold Haimberger, Klimaforscher an der Universität Wien gegenüber pressetext.
"Die Unstimmigkeiten ergeben sich bereits daraus, wenn man die Satellitendaten mit jenen der Radiosonden, die mit Hilfe von Wetterballons hoch in die Stratosphäre transportiert werden, vergleicht", so Haimberger. Da man inzwischen auch weiß, wie die Vertikalstrukturen der Temperaturtrends aussehen müssen, könne man recht schnell Diskrepanzen feststellen, so der Meteorologe. Einen weiteren Hinweis liefern auch noch Messungsvergleiche aus Radiosonden der damaligen Zeit mit jenen der Jetztzeit.
Messgeräte immer präziser
"Vor allem in der Anfangszeit des Einsatzes von Radiosonden in der Meteorologie sind die Fehler passiert", erklärt der Forscher. Die Radiosonden, die seit den 60er Jahren verwendet werden, messen beim Aufstieg Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. "Seit damals hat sich die Instrumentierung der Geräte wesentlich verbessert und die Messungen sind immer präziser geworden", so der Meteorologe. "Um genaue Ergebnissen im Bereich des Klimawandels zu erzielen, ist eine sehr gute Messqualität erforderlich."
"Zum Beispiel haben sich die Sonden zu Beginn der Aufzeichnungen oft in der Sonne erhitzt und daher zu hohe Temperaturen angezeigt", erklärt Haimberger. "Heute weiß man darum, und beugt solchen potenziellen Fehlerquellen bereits bei der Messung vor." Interessanterweise verschwinde die beschriebene Diskrepanz zwischen Simulation und empirischer Beobachtung, wenn diese systematischen Fehler bei der Dateninterpretation berücksichtigt werden.
Korrektur von tausenden Messergebnissen
Ziel des seit Juli 2009 laufenden FWF-Projekts unter der Leitung des Meteorologen ist es, die Radiosondenzeitreihen der letzten 50 Jahre zu korrigieren. "Um diese Diskrepanzen ausfindig zu machen, vergleichen wir die Daten einer Wetterstation mit jenen ihrer Nachbarstationen. Die Differenz sollte eigentlich nicht mehr als ein 'statistisches Rauschen' betragen", so Haimberger. Doch es gebe immer wieder abrupte Sprünge, die Hinweise auf eine Verfälschung liefern.
Die auf diese Weise ermittelten Fehler werden mit Hilfe von Durchschnittswerten aus den Messungen der benachbarten Stationen korrigiert. Dafür hat der Wissenschaftler das Korrekturprogramm "RAOBCORE - Radiosonde Observation Correction using Reanalyses" entwickelt. Arbeit wartet auf die Forscher genug, denn weltweit gibt es an die 1.000 Wetterstationen und geschätzte fünf- bis zehntausend Fehler im globalen Radiosondennetz.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.univie.ac.at
homepage.univie.ac.at/leopold.haimberger
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